[Samstag, 22.5.2021]

Wir waren wieder auf dem Friedhof spazieren. Das klingt jetzt sehr nach Reaktivierung eines Goth-Kults aus unserer Jugend. Aber das ist natürlich nicht so. Es ist einfach ein sehr angenehm ruhiger und verwilderter Ort. Es ist schön, sich da aufzuhalten. Ein bisschen wie ein Wald. Das Nächste an einem Wald.

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Es ist das letzte Spiel der Saison. Das letzte Spiel einer grauenhaften Saison. Eine Saison, in der bei Hertha allerdings einige Weichen gestellt wurden, die Lust auf die Zukunft machen. Wenn wir dann im Herbst wieder ins Stadion können, wird das ein Fest.

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Wir verbringen eine lange Zeit auf dem Balkon, reden über viele Dinge. Es ist noch ein bisschen zu kühl, um im Hemd draussen zu sitzen. Aber mit einer dünnen, übergeworfenen Decke, geht es.

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Kurz vor dem Schlafengehen unterhalten wir uns über den ESC. Heute ist das Finale. Ich habe den ESC ein paar Mal geschaut, fand das ganz nett, ein bisschen zu lange vielleicht und ein bisschen viel Belanglosigkeit, aber trotzdem ganz nett.
Seit ich den ESC aber einmal in Begleitung mit mehreren Menschen schaute, hat mich das Lästern der Leute total runtergezogen. Dieses Rudellästern über Outfits, über Geschmack. Dieser ganze Habitus, es erstaunt mich nicht, dass der ESC auch auf Twitter so gut funktioniert, ablästern, ausgrenzen, abfeiern der eigenen Blase.

Aber die Anziehungskraft der Auszählung zum Schluss. Dem kann man sich schwer entziehen. Es ist immer auch ein Kontest der Völkerpopularität. Deutschland und UK, aber lustigerweise auch Frankreich, rangieren hier meist auf den untersten Plätzen. Wir sind schon bettgehfertig, rufen dann aber doch Mal den Livestream der ARD auf, um zu schauen ob etwas passiert ist. Die Auszählung beginnt gleich. Wir hängen noch anderthalb Stunden am Display.

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