[hggs]
Wednesday 29. September 2010
# Eines der vielleicht beachtlichsten Dinge in Schottland, sind die überschminkten, dicken Frauen in enganliegenden Kleidern oder Leggings. Frauen, die anderswo als ordinäre, dumme Hühner verachtet werden. In Glasgow prägen sie am Samstagabend das Straßenbild. Ich bin hingerissen von der selbstbewussten Art, wie sie hier auftreten, sich schön finden, und laut lachen. Solche Frauen tauchen oft in meinen Träumen auf. Dort sitzen sie auf grünen Sofas, und manchmal schauen sie ein bisschen böse. Doch ich weiß nie warum.
# Linksverkehr. Linksverkehr krempelt immer meine Orientierung um. Ich verliere sogar das Gefühl für die Windrichtungen. Am verblüffendsten fand ich die Entdeckung, dass auch die Fußgänger sich links halten. Ich wich immer rechts aus, die Lokalen immer links. So standen wir uns oft im Weg. Doch die Schotten sind so freundlich und entschuldigen sich immer laut und deutlich. Kein dahingeworfenes “so’y”, sondern ein ausgesprochenes “Oh, excuse me, lad”
# Übrigens wurde das Salz aus der schottischen Küche herausgelöst. Würstchen sind salzlos, Fish&Chips sind salzlos. Sogar Haggis ist salzlos. Ich musste alles immer nachsalzen. Es muss ein guruartiger Küchenschönling in der Art eines Jamie Oliver ins Land gekommen sein und den Schotten ins Gewissen geredet haben. Sowas wie: ihr trinkt zu viel und ernährt euch zu schlecht, ihr werdet alle sterben. Salz wegzulassen ist vielleicht ein radikaler Schritt, aber immerhin besser als das Trinken sein zu lassen.
# Ja, natürlich habe ich Haggis gegessen. Das ist eine ausgezeichnete Speise. Das einzige unangenehme an Haggis ist das Naserümpfen von den Nachbartischen.
