Ich möchte gerne Martin Suter lesen, weil meine Schwester den so mag und er eine tolle Frisur hat, aber jedes Mal, wenn ich im Buchladen stehe und den Klappentext lese, finde ich das alles unfassbar uninteressant. Geschäftsmänner, die sich in Hippiemädchen verlieben und dann halluzinogene Drogen nehmen, oder überhaupt ständig irgendwelche mittelalten, finanziell gutsituierten Männer, die sich in jüngere Frauen verlieben.
Wie ich neulich berichtete, höre ich jetzt Bücher, die ich zu fad zum Lesen finde, als Hörbücher. Für mich funktioniert das ganz wunderbar. Dann verschwende ich keine Zeit damit, kann mich aber trotzdem ein bisschen in den Text reinfinden. Aber auch vorgelesen handelt es sich bei Suter um gutsituierte mittelalte Männer, die sich in junge Frauen verlieben. Das kann man nicht ändern.
Für Hörbücher verwende ich übrigens BookBeat. Ist Amazon-frei und europäisch.
Apropos mittelalte Männer: Demnächst werde ich beruflich wahrscheinlich viel Zeit in Hamburg verbringen und ich suche deswegen wieder einmal nach Taschen. Einen kleinen, praktischen Koffer habe ich bereits, sowie einen schönen Weekender aus schwarzem Kunstleder, aber ich möchte auch so etwas wie eine Aktentasche, eine schnell verfügbare Tasche für Laptop, Bücher und Unterlagen. Männertaschen sind fast durchgehend von schlechtem Stil. Ich fand ein paar Damentaschen, die mir gefielen, die ich mir irgendwie als Unisex-Taschen schöngesehen hatte. Ich schickte Bilder davon zur Begutachtung an meine Frau, die lehnte die Damentaschen allesamt ab. Mit der Begründung, dass Taschen nicht non-binary sind. Alles andere kann ihretwegen Non-Binary sein, aber nicht Taschen.
Dafür habe ich nun den Hersteller der „Arctic Pine“-Handseife gefunden, die wir vorletzten Winter in dem Hotel in Finnisch-Lappland gekauft hatten. Die Marke heißt „Rento“, das klingt fast wie eine Verschmelzung von Rene Benko, es handelt sich aber um Finnen, das ist ganz etwas anderes als Nordtiroler. Ich blieb eine ganze Weile in deren Shop hängen. Sie stellen neben Seifen mit anderen Gerüchen aus Lappland auch schwarze Seifen aus Holz-Teer her, die fand ich ungemein ästhetisch. Außerdem haben sie Sauna-Gerüche im Angebot. Unseren „Arctic Pine“-Lieblingsgeruch gibt es auch als Sauna-Duft oder als Raumduft oder Duschgel. Meine Frau hat aber Angst, dass wir die positiven Gefühle, die wir zu diesem Geruch haben, etwas überstrapazieren, wenn wir unser ganzes Leben damit einhüllen. Das Holzteer fand ich dennoch interessant. Ich möchte wirklich gerne wissen, wie das riecht, aber da hatte ich die andere Bestellung bereits abgegeben. Außerdem haben wir ja eh keine Sauna, ich bin ja auch kein Sauna-Typ. Aber ich überlege regelmäßig, mir in Schweden eine Sauna zu bauen, wenn schon nicht für mich, dann wenigstens für meine Frau und unsere Gäste. Ich meine, welcher Ort bietet sich besser an, um eine Sauna zu bauen, als ein Holzhaus im schwedischen Wald? Ich hätte sogar eine Stelle dafür, unten am Fuß des Waldes, wo der Weg zum Fluss nicht mehr weit ist. Also schaute ich wieder nach Videos auf YouTube, wo Menschen selber eine Sauna bauen. Solche Videos könnte ich ja ewig schauen, aber eine Sauna ist mir dann doch zu kompliziert. Deswegen lande ich wieder bei Verandas oder zumindest Terrassen. Den Überbau kann ich ja später noch draufsetzen. Ich habe irgendwann fünf, sechs, sieben Tabs offen, mit Videos von mittelalten Männern und Maschinen, in denen Verandas aus Holz gebaut werden. Und plötzlich ist es Abend.
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Hauptsache die mittelalten Männer treffen beim Terrassenbau keine jungen Frauen, in die sie sich dann verlieben.
Während mittelalte Männer auf YouTube zusehen.
In „Die dunkle Seite des Mondes“ dient die Verliebtheit in das junge Hippi-Mädel eigentlich nur dazu, den Protagonisten auf die richtige Spur zu bringen. Ich fand das Buch seinerzeit sehr unterhaltsam, weil der Typ nach dem Pilz komplett freidreht und das (wie ich damals fand) sehr gut beschrieben war.
Den Part finde ich auch ganz unterhaltsam. Bin gespannt, wo das noch hinführt.
Die dunkle Seite des Mondes kann ich Dir gerne mal mitbringen. Obwohl, Büchertausch im Olympiastadion? Ungewöhnlich. Heute aber nicht, ich muss vorher ins Büro und meine Tasche ist schon zu voll.
Kann man gut lesen, bleibt aber nichts hängen. Habe mehrere von ihm gelesen, im Laufe der Allmen-Bücher wurde es allerdings langweiliger, weil austauschbar, deshalb aufgehört.
Ich höre die dunkle Seite des Mondes gerade als Hörbuch. Ich möchte das nicht lesen 🙂 Aber danke für das Angebot.
Mich würde interessieren wie das Thema Arbeitslosigkeit so cool spielen konntest.
Ich hatte mir vorgenommen das so zu genießen wenn ich mal drei Monate nicht arbeite. Aber dann war Bewerben doch der Kern der Tage und mit der Zeit wurde das immer unangenehmer.
Sagen wir so: die Abfindung hat zur Entspanntheit durchaus beigetragen.
Vielleicht können wir uns in Hamburg ja mal treffen, das würde mich freuen.
Ja, sehr gerne!