Weil ich einer Freundin neulich mit ihren technischen Problemen half, schenkte sie mir überraschenderweise einen hundert Euro Gutschein für Toom, weil sie weiß, dass ich mittlerweile mehr Zeit bei Toom verbringe, als beim Barbier. Heute bestellte ich mir deswegen einen benzinbetriebenen Rasenmäher, für den ich sonst immer zu geizig gewesen war. Eigentlich wollte ich mir einen einfachen Akku-Rasenmäher kaufen, wenn man aber zu tief in die wundersame Welt der Rasenmäherei hineinschaut, dann findet man nicht mehr so leicht heraus. Jetzt kaufte ich einen Benziner für 400 Euro. Was vor allem daran liegt, dass ich die Maschine für Schweden anschaffe, wo ich keine Maschine brauche, um den Rasen millimetergenau zu trimmen, sondern für zwei kleine, wilde Wiesen mit Gras und Gestrüpp in einem skandinavischen Wald, die gezähmt werden müssen. In den Fach- und Liebhaberinnenforen reden sie immer von „Wumms“. Man braucht Maschinen mit Wumms. Jetzt habe ich eine Maschine mit Wumms und fühle mich wie ein Großgrundbesitzer.
Letzte Nacht schlief ich fürchterlich. Ich glaube, ich schlief in der Summe zwei Stunden. Als ich aufstand, war ich müde, als ich mit der Hündin hinausging, war ich müde, als ich ins Büro ging, war ich müde, in jedem Meeting war ich müde. Ich sehnte mich den ganzen Tag lang danach, mich hinzulegen und die Augen zu schließen. Sogar noch auf dem Rückweg in der S-Bahn. Sobald ich zu Hause ankam, verwandelte ich mich aber in ein hyperaktives Kaninchen.
Das war vielleicht auch der Grund, warum ich mich vom eigenen Weblog aussperrte. Eigentlich wollte ich nur eine Firewall installieren und mir lästige Crawler aus Hongkong und den USA vom Leib halten. Ich sperrte dermaßen sperrfroh, dass ich plötzlich selbst nicht mehr an das Weblog herankam. Und zwar dermaßen konsequent auf Serverebene, dass es mich über eine Stunde kostete, meine Fehler zu korrigieren.
Aber ich fühlte mich immer noch wie ein Großgrundbesitzer.
