Beule am Hinterkopf

Seit Tagen schon sehe ich dieses neue Stöckchen herumgeschmissen werden und war so froh darüber, dass ich mich bisher noch nicht ducken musste. Noch bevor ich jedoch eine vernünftige Ausrede gefunden hatte traf es mich am Hinterkopf. Weil mich das freundliche Stilhäschen dermassen nett per Email auf meine Beule am Hinterkopf aufmerksam gemacht hat, dass mir ganz warm ums Herz wurde, hebe ich es auf und erzähle euch in dieser besinnlichen Runde ein wenig von mir.

Warum bloggst du?
ich blogge nicht, ich schreibe in das Dingsda hinein
ich blogge nicht, ich bin Protokollführer
Weil ich euer Schreibknecht bin
Weil ich euch Sitten beibringen muss.

Seit wann bloggst du?
Dies Irae 19.03.2003

Selbstportrait:
mek mit snek

Warum lesen deine Leser dein Blog?
Weil meine Leser auf Bilder warten auf denen ich beim Essen etwas komisch gucke.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
Basilikum umtopfen

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
alle.

Dein aktuelles Lieblingsblog?
Runtimeerror

Welches Blog hast du zuletzt gelesen?
Die Nachtschwester. und fast gleichzeitig Emma, von wo mir gleich ein anderes Stöckchen an den Kopf gehauen wurde.

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Neunzig. Ungefähr. (und nein, liebe Leute, einen Feedreader zu benutzen heisst nicht, dass man nicht mehr auf die Seite klicken muss. Ein Feedreader dient hauptsächlich dazu, zu sehen, ob ein Blog aktualisiert wurde. Eine Eieruhr sozusagen.)

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Ich bin jetzt mal irre witzig und werfe den Stock zu den Besoffenen undb Masswerkern

Und zu Emmas Stöckchen: ein paar Wochen neben meinem Geburtstag zwar, aber das hier hätte ich mir gewünscht.
bravo

Sysadminday

Heute ist, wie alle Jahre wieder, der Tag eurer Computerfritzen. Ihr habt das bestimmt nicht vergessen. Oder?

(OK eigentlich erst morgen, wurde aber wegen dem morgigen Samstag von offizieller Stelle um einen Tag vorverlegt)

Mixed tapes are legal

We do not lock the door to our bedrooms or bathrooms because we have something to hide. We do not secure our networks, conversations, emails and files because we have something to hide.

Mit dem Fortschreiten der Technologie und des aufkommenden Überwachungsstaates, scheiterte man in den Neunzigern meistens an populistischen Argumenten des “Stellt überall Kameras auf, wer Gutes im Schilde führt hat nichts zu verbergen”.
Gott, was hätte ich damals für einen Satz wie hier oben gegeben. Alle in unseren subversiven Geheimlogen erarbeiteten Strategien haben nicht ansatzweise so viel Schlagkraft wie der verlinkte Satz.

Der Link führt zu 95 Thesen des Geek Aktivismus. Das Wort Geek ist allerdings etwas unglücklich gewählt, da es in Wirklichkeit um etwas viel Grösseres geht: die Infrastruktur unserer heutigen Kommunikation. Ob es nun um Email, Blogs, MP3, proprietäre Formate wie Microsoft .doc oder simple Meinungsfreiheit geht.

mach doch mal was mit Kehlgeräuschen

Und weil wir schon bei Blog:Read sind, dachte ich, es sei mal an der Zeit euch unter die Arme zu greifen, euch aufwärmen eure Stimme zu ölen um zum Mikrophon zu greifen.
Ja genau, ich mache ein bisschen Werbung für das Vorleseblog.

Wir wollen nämlich Stimmen. Warme Stimmen, kalte Stimmen, verschnupfte Stimmen, Nasenstimmen, gute Stimmen, schlechte Stimmen, Verstimmen (musste sein), und welche Stimmen auch immer.
Was ihr damit macht ist eigentlich egal. Hauptsache ist: aus Blogs vorzulesen.

Es können kilometerlange Geschichten sein, mehrere Blogtexte aneinandergeklebt, Aufnahmen im Stil einer Radiosendung, ein Hörspiel, eine Kochsendung, ihr könnt es mit Musik unterlegen, oder auch nicht, ihr könnt sogar selbst etwas mit der Gitarre dazu vorspielen und wer kein Talent dafür hat, nimmt einfach Pfannendeckel.
Wenn ihr fremde Musik nehmt, passt bitteschön auf die Rechte auf. Auf der Blogread Seite gibt es viele Links zu freier Musik, die man bedenkenlos benutzen kann. Meist stehen diese unter einer CC-Lizenz.

Blogread ist ein Projekt einiger weniger Personen, aber Gastbeiträge sind immer willkommen. Was mir ja gefallen würde, ist, dass wir uns alle zusammen regelmässig mit Hörspielen versorgen. Vor allem für Leute die bloss ab und zu mal etwas lesen wollen, ohne gleich eine Podcastserie im eigenen Blog zu beginnen. So ein Sammelbecken eben, anstatt all der vereinzelt über das Netz verstreuten Podcasts.
Schön kuschelig; Bloggersdorf liest einander Gutenachtgeschichten vor.

Und so geht es: ein Mikrophon, ein Headset oder etwas ähnliches in die Soundkarte des Rechners stecken, ein Programm, beispielsweise Audacity, herunterladen (gibts für Win/Mac/Linux und ist OpenSource) und einfach aufnehmen. Kinderleicht also.
Weitere Fragen beantwortet vielleicht das FAQ.

Zu technischen oder auch anderen Fragen habe ich immer ein offenes Ohr. Und meistens kann ich damit auch helfen.

(Und nicht vergessen: Euer Name wird bis in die Ewigkeit in der Ruhmeshalle glitzern und leuchten.)

Search terms

=mein+penis+heisst+black+beauty

(der Bildschirm ist jetzt voller Kaffeespritzer. Wenn ich noch einmal den Monitor putzen muss, sperre ich google aus.)

Blog:Read nr. 61

Wenn der Grossblogbaumeister eine Geschichte schreibt. Der Rest drüben bei Blog:Read.

Sinkende Leserzahlen und dieses befreiende Gefühl nicht mehr Teil einer Jugendbewegung zu sein.

Ziel: Wustrow 53° 13′ N, 12° 57′ O

Blühende Industrieruinen.

Dem goldenen Tip von Herrn UndUndUnd folgend nach Wustrow gefahren. Per Bahn. Und nochmal Bahn. Und Bus. Und nochmal Bus. Vorausplanende Menschen die wir sind, haben wir natürlich alles perfekt organisiert, erst angerufen, nette Leute da, alles sei kein Problem, es gäbe noch Kanus, und auch Platz für unser kuscheliges, kleines Zelt. Selbst bahn.de zeigte uns die Wustrower Bushaltestelle an, kein Hauptbahnhof Wustrow, aber immerhin Grünplan Abzw., Wustrow b Wesenberg (Meckl), eine schöne Reise sollte uns bevorstehen, durch blühende Landschaften, industrielle Ruinen, ein schauriges Bild vom Abgang der Weltwirtschaft, ich liebe es, den Haltestellenknopf in der Regionalbahn drücken, an zugenagelten Bahnhöfen halten, die uns in verblichener Frakturschrift sagen wollen, dass sie einmal stolze Hauptbahnhöfe von Städchen waren, die auf -ow und -litz und -lin enden, und heute vor allem enden und sonst nicht viel anfangen, der alte Mann, der dann in Litz-lin-ow mühselig auf den verwachsenen Bahnsteigschotter steigt, den Lokomotivführer kann ich durch die abgedunkelte Glasscheibe sehen, wie er geduldig wartet, bis der Mann festen Boden unter sich hat und aufatmend die Stange loslässt.

Die vielen Busfahrer, die uns durch die Landschaften kutschierten, wussten mit Wustrow nicht viel anzufangen. “Weiss nicht ob da irgendwas fährt”. Nur der letzte kannte Grünplan Abzw., Wustrow b Wesenberg (Meckl). Bei der Haltestelle Grünplan bis zur nächsten Kreuzung hochlaufen, da fährt vielleicht noch ein Bus weiter. Kein Problem für uns mit tonnensschwerem Rucksack, Schlafsäcken, Isomatten, Zelt, Provianttaschen zu dieser Kreuzung hochzulaufen. Aber-
“Wie jetzt noch nen Bus nehmen?”
“Grünplan ist nicht ganz Wustrow”
“Aha, danke, wie freundlich”
Ob da Busse fahren oder nicht, konnte er nicht sagen, weil ab Grünplan sei es schon Mecklenburg-Strelitz und er sei ja nur für Rheinsberg-Neuruppin zu ständig. Ahja, klar.

["Wo ist dieser Camping überhaupt? Haben wir eine Telefonnumer? Adresse? Nein. Danke für den flotten SMS-Service]

“Wie gut, dass uns der freundliche Busfahrer bescheid gibt wenn wir aussteigen müssen. Man fühlt sich ja richtig gut umsorgt in dieser kleinen Welt wo jeder jeden kennt”, kam mir freudestrahlend über die Lippen, als wir in Richtung Grünplan durch den Wald fuhren. Die strahlende Freude hörte erst drei Minuten später auf, als der Bus an einer Weggabelung inmitten einer sumpfigen Waldlichtung hielt. Der Fahrer blickte ein wenig verlegen in den Spiegel zu uns zurück und sagte “Grünplan”. Kunstpause. “Grünplan” wiederholten wir.

Es gab dort immerhin Schilder. Eines zeigte nach Wustrow und offenbarte uns, dass sich dieser Ort nur sieben Kilometer entfernt befand. Deutlich besser als das 13 Kilometer weiter entfernte Wesenberg.

Stöhnend, schwitzend und keuchend liefen wir in der prallsten Mittagssonne zu dieser Kreuzung hoch. Diese Kreuzung lag einen dreiviertelstündigen Fussmarsch in nördlicher Richtung, exakte 43 Minuten zu viel für meinen Rücken. Die Kreuzung war eigentlich ein Dörfchen namens Canow und dort befand sich tatsächlich eine Bushaltestelle. Das Erfreulichste war, dass es noch genau zehn Minuten dauern sollte, bis der letzte dieser zwei täglichen Busse vorbeikommen würde. Wir warteten zehn Minuten. Zwanzig Minuten. Dreissig. Wir kannten den fünzeiligen Fahrplan schon auswendig, als wir merkten, dass das dicke, fette “S” hinter Mo-Fr nicht Samstag bedeutete, sondern “nur an Schultagen”. Der einzige Bus, der an einem Donnerstag fuhr, war schon um zehn Uhr gefahren.

Es half nichts anderes mehr, als den Finger rauszustecken. Nach einer Stunde Mercedesse, Jeeps, Rentnerpäärchen und Grossfamilien vorbeirauschen zu sehen, hielt irgendwann ein junger Neustrelitzer Bursche, der uns in dieses paradiesische Wustrow brachte.
Ich dachte ich sei zu alt für sowas. Aber es hat sehr viel Spass gemacht.

Paddeln. Vögel, Schilf, plätscherplätscher, Libellen, Wind.

Gelernt, bei Mückenstichen nicht direkt am Stich zu kratzen, sondern drumherum. Jetzt habe ich die Wunden daneben.

Die Schwaanenhavel ist ein 5 Kilometer langer und anderthalbe Meter breiter Kanal durch Schilf und verwachsener Wildnis. Die Schwaanenhavel ist sehr schön. In der Schwaanenhavel wohnen auch Schwäne. Wenn Schwäne Kinder haben werden sie sehr böse. Ein anderthalb Meter breiter Kanal ist manchmal sehr schmal.

Tante Emma trägt in ihrem Laden Hotpants mit Hautfarbener Strumphose in Birkenstock. Sie stellt uns eine persönliche Frage, ob diese CoffeToGogo Becher den Kaffee auch wirklich warm hielten. Sie habe ja bloss ihren Mann gefragt etwas aus der Stadt mitzubringen, damit sie den Gästen nicht immer ihre Tonbecher mitgeben muss, das sei ja immer so umständlich und die Gäste würden ab und zu einmal vergessen den Becher zurückzubringen.

Ich hasse Insekten. Ich hasse Mücken, Käfer, Spinnen, Ohrenkneifer, Fliegen, alles was summt, alles was kriecht, alles was fliecht, zirpt, hinter den Ohren kitzelt, sticht, an den Armen juckt, versucht in mein Hosenbein zu krabbeln, im Zelt an den Innenwänden hängt.
Aber ich mag Rapskäfer. Auch in Plagen. Auch wenn ich ein knallgelbes Handtuch habe.

ein Cocktail ist ein Schwanzschwanz
der uns die Vernunft verdreht
nachts tanzen wir die Gans-Gans
bis uns der Verstand verbrutzelt

noch einmal darf ich

Ach, Unsportlichkeit hin oder her: Zidane war Punkrock.
Hätte das ein Azzurro gemacht, wäre der natürlich ein mieser fascista.

(Gott, wie werde ich diese Zeit vermissen in der ich so irrational herumpöbeln und beleidigen darf. Aber heute ist es noch OK. Ich bin schliesslich erst zwei Tage darüber.)

frage an die Leser

Ich habe die Vermutung, dass es sich bei meiner Leserschaft um einen Haufen intelligenter und weitgereister Menschen handelt, der viele Weltmeere durchsegelt und die wildesten Urwälder durchwandert hat, gegen Sturm und Ungeheuer gekämpft und auf diesen weiten Wegen das innere Ich gefunden.
Deshalb möchte ich mir eine Empfehlung von euch einholen. Da ich kurzfristig zwei Tage frei bekommen habe, und für ein langes Wochenende dieser heissen Stadt entflüchten muss, will ich an die Mecklenburgische Seenplatte. Kann mir jemand was anraten?
Hat jemand Erfahrung, wie man da ein langes Wochenende verbringen kann? Ich hätte besipielsweise Lust von einem Ort zum nächsten zu paddeln, oder irgendwas ähnliches das auch Bewegung beinhaltet. Gibt es empfehlenswerte Routen? Das Internet gibt ja nichts vernünftiges her.
Gibt es auch ein nettes, günstiges Hotel mit Terrasse, auf der man am Wasser frühstücken kann? Ich will paddeln und im Schatten spazieren. Ein Camping geht auch. Nur kein Ort an dem ich mit nackigem Schniedl durch die Gegend laufen muss (bin ja Kathole), sondern schön anständig in Kleidern. Würde mich freuen, wenn jemand etwas über diese Gegend zu sagen hat.

ich bin mucksch

mit la lu, und la Nuf und mit meinen Schwestern rede ich jetzt nicht mehr.

ich wars! ich wars!

Als sie letzte Nacht aus ihrem Wagen stieg, Pistole, Knüppel und mit Metallknöpfen bestückter Uniform, breiten aber eleganten Ganges auf das Opfer zuschritt, fiel es mir schon wieder auf, wie mir heiss wurde, und sich mir erneut die Frage stellte, warum Polizistinnen in den letzten Jahren so verdammt sexy geworden sind. Vielleicht liegt es wirklich nur an den hübschen Töchtern dieser Stadt, die selbst mit locker an der Hüfte baumelnden Knarre, einen dermassen tolle Figur machen, dass ich in schwachen Momenten eine neue berufliche Orientierung in Erwägung ziehe.
Oder habe ich in meinen jungen Jahren, im Pflastersteineregen, bloss einen Knüppelschlag zu viel abbekommen, und sich die Verarbeitung dieses Traumas dieser sportlichen Tätigkeit heute als sexuelle Neigung manifestiert.

Da ich mir nicht wirklich vorstellen kann, ein talentierter Ordnungshüter zu sein, blieb mir gestern nichts anderes übrig, als mich für die Rolle des Verbrechers zu begeistern und beinahe hätte ich den aggressiven Türken (Mitbürger türkischstämmiger Abstammung) zur Seite geschubst und laut “Ich wars! Ich wars!” geschrien. Zum Glück war er grösser und stärker.

Aber Fetisch hin, Fehltritt her: eine geile Bullensau war das. Wünscht man sich ja gleich wieder die Barrikaden zurück.