Sysadminday (achja)

Und gestern zwischen Kater und neuem Vodka, ist er ziemlich schmerzlos an mir vorübergegangen, der Sysadminday. Ihr habt euch hoffentlich alle wie gute User verhalten, so wie Herr Mequito euch erzogen hat, oder? Und die beste aller Comikzeicherheldinnen hat natürlich etwas schones dazu gezeichnet.

Takt vierzehn

Weil ich gerade in den Noten vertieft bin um Bach’s Prelude in C Dur zu erlernen, merke ich wahrscheinlich nicht, wie sehr ich meiner Umgebung mit dem Geklimper auf die Nerven trample. Ich könnte natürlich die Lautstärke herunterschrauben, das ist schliesslich ein Vorteil dieser elektrischen Pianos, aber wie soll man sich bitteschön wie ein virtuoser Pianist fühlen, wenn einem die gespielte Musik nicht um die Ohren peitscht als sei man auf hoher See.
Der Lautstärkeregler muss auf, das Fenster auch, die Haare wie ein besessener Komponist in die Luft gestreut und die Finger greifen bedrohlich wie Klauen in die Tastatur. Ja, so spielt man Piano.

Aber dann dieser Takt vierzehn. Takt vierzehn, Takt vierzehn. Ich merke mir nie, dass das ein D ist, wie auch im vorigen Takt, und wenn ich es einmal nur schaffe, dort ein D zu spielen, dann vergesse ich wiederum, dass der zweite Ton kein A ist, wie im vorigen Takt, sondern ein F. Takt vierzehn ist des Teufels. Wenn ich nur Takt vierzehn alleine spiele, dann geht das tadellos, ich kann ihn schnell spielen und langsam, wenn ich wollte sogar rückwärts, minutenlang Takt vierzehn ist kein Problem, doch sobald ich von Takt dreizehn herangeritten komme, spiele ich bei Takt vierzehn einen ganzen Haufen Mist.
Ich habe auch schon versucht einen grösseren Anlauf zu nehmen, genauer gesagt, von Takt eins aus, das ganze Stück durchzureiten, in der Hoffnung den Trottel in Takt vierzehn einfach niederzutrampeln, aber natürlich ohne Erfolg.

Eine halbe Stunde lang kämpfte ich mich zu Takt vierzehn heran, als ich jedoch kurz davor war, Takt vierzehn kurzerhand umzuschreiben und mir die Noten einfach so zu setzen wie sie mir passen, ertönt aus einem Haus aus der Nachbarschaft ein Klavierspiel. Laut und deutlich. Die Prelude in C Dur aus dem Wohltemperierten Clavier von Johann Sebastian Bach. Ich höre zu. Schön sauber, vielleicht ein bisschen langsam, aber sauber, fast als sei er ein Lehrer der einem eine Übung vorspielt, und natürlich, wie zu erwarten, kam Takt vierzehn und wurde einwandfrei gespielt, so wie Bach es geschrieben hat. Dann, nahtlos hintendran Takt fünfzehn, ging flüssig weiter und endete zum Schluss völlig harmonisch mit der finalen Schleife auf Takt fünfunddreissig.

Der unbekannte Pianist irgendwo in meiner Strasse spielte nichts anderes mehr. Er hatte nur dieses eine Stück gespielt. Entweder wollte er mich ärgern, oder er hielt mein ewiges Falschgeklimper auf Takt vierzehn nicht mehr aus.
Der Vorteil dieser elektrischen Pianos ist übrigens auch, dass man Kopfhörer in die Hinterseite stecken kann.

byebye Alietsche

Mein letzter Tag. Wenn ich einen Kunden anrufe, werde ich jetzt nie mehr enttäuschte Stimmen hören müssen, die mir vorwerfen, dass ich gar nicht Alice sei, und wenn ich im Scherz sage, sie sei im Urlaub, wie halt alle diese verwöhnte Frauen, ich nur ein zermürbtes und durchaus ernst gemeintes “ach wie schade” ernte.
Ich habe in diesen anderthalb Jahren vieles gelernt über die Leute da draussen, dass es mich gar nicht mehr wundert wenn Leute jetzt plötzlich alle CDU wählen, oder warum es soviel soziales Elend gibt.
Und vor allem habe ich gelernt, dass es wirklich Menschen gibt, die Namen tragen wie Feierabend, Arscholl, Maulwurf, Buhmann und Geil.

Ich lasse jetzt ein paar Süssigkeiten zurück.

soziokwisse

Auf solche soziokwisse stehe ich ja immer. Da kann ich testen wie gesellschaftstauglich ich bin und stelle immer wieder fest, dass es doch gar nicht so schlimm um mich bestellt ist. Ich weiss durchaus was in der Welt da draussen so vor sich geht. Kläglich gescheitert bin ich nur an der Frage “was 90 Prozent aller Frauen bei ihrem Partner künftig nicht mehr sehen wollen“. Das hat mich überrascht. Dreimal habe ich danebengeklickt, selbst die Hemden der Ex fand ich wahrscheinlicher als Achselhaare. Wo bitte sollen wir unsere Männlichkeit jetzt hernehmen, wenn wir schon weniger trinken, weniger rauchen und auch noch Verständnis für Soaps aufbringen sollen. Jetzt will man uns auch noch die Achselhaare wegnehmen. Bald ist es noch soweit, dass Gillette unsere Rasiermesser rosarot färbt.
Und nein, mich stören Achselhaare bei Frauen nicht. Ich finde sie weder abtörnend noch antörnend. Ich bin lediglich der Meinung, dass die Natur schon wissen wird, warum sie da Haare züchtet.
Alles verrückte da draussen mit komischen Reinlichkeitswerten.

Arbeitsbeginn (die Zweite)

Und dann draufkommen, dass ich mir vor langer langer Zeit vorgenommen hatte, mit dem Rauchen aufzuhören sobald ich aus dieser Firma raus bin. Eine schöne und sorglose Zeit mit reinem Gewissen und einem eindeutigen Ziel vor Augen.

Mist. Vielleicht sollte ich doch noch bleiben. Herr Mek, jetzt tun Sie aber nicht… Nee nee, schon gut, war bloss n Witz.

War on Terrorism (as viewed from the Bourne Shell)

Ich habe immer schon an die verborgenen, poetischen Fähigkeiten einer UNIX-Shell geglaubt.
Das beste Beispiel lässt sich seit einigem Tagen auf dem Sunray Blog lesen.

[via sknecht]

Zelte

Meine Unterhosen werden von der Dame bei mir zuhause gerne als Zelte bezeichnet. Ich neige dazu dies als positive Bewertung zu betrachten, schliesslich braucht ein richtiger Hengst oder Stier irre viel Platz in der Hose. Jedoch befürchte ich, wird damit lediglich meine Nachlässigkeit beim Kauf der passenden Unterwäsche angesprochen. Auf dem Wäscheständer unterscheiden sich Unterhosen von Tshirts kaum, beide schwarz und gross, daher passierte es schonmal, dass ich in schwarze Tshirts der Dame geschlüpft bin und dann feststellen müssen, dass mein Gemächt, beim Ausschnitt heraus, ins Freie baumelte.
Heute habe ich eine meiner Unterhosen als Tshirt verwechselt. Natürlich habe ich es früh genug bemerkt, aber anprobieren musste ich es trotzdem.
Gar nicht so übel wie man denken würde.

morgens

Sie sagt, ich möchte auch einmal sagen können, ich hab so eine angenehme Morgenlatte und mich dann umdrehen, diese an den Hintern des anderen drücken und genüsslich weiterschlafen.

Ahnengalerie – väterlicherseits (eine Chronik)

Wenn ich in mein Dolomitenkaff zurückkehre, dann trage ich dort nicht meinen richtigen Namen, sondern den langen Namen “Mek dr Bua vem Tunipeater”.
Man soll sich hier nicht von dem nach Adel riechenden “vem” ablenken lassen, obwohl es dort viele Burgen und edle Weintrinker gibt, denn übersetzt heisst mein Name bloss “Mek, der Sohn vom Tuni-Peter”. Peter ist natürlich der Name meines Vaters, und Tuni ist vom Tuniger Bauernhof abgeleitet, aus dessen Schoss mein Vater entstammt. Mein Grossvater hingegen, und das ist verwunderlich, zumal die maskuline Linie immer den Namen des Hofes tragen sollte, ist der Holzer-Blees. Der Blasius vom Holzerhof. Mein Opa war zwar nicht der älteste Sohn der Sippe, sondern der zweitälteste. Als jedoch sein älterer Bruder, der Sepp, als vierundzwanzigjähriger Bursche beim Holzfällen von einem Baum erschlagen wurde, kam mein Grossvater in den Rang des Nachfolgers vom Holzerhof. Er heiratete als dreiundzwanzigjähriger die Juliane vom Tunigerhof, die zu ihm auf den Holzerhof zog, wo sie ihm dann in den ersten paar Jahren drei Kinder gebar. Der Vater meines Grossvaters erkrankte schliesslich, erstellte ein Testament, in dem er “Unter den allerheiligsten Sakramente des Altars” meinem Grossvater den Hof vermachte. Mein Vater kennt den Text dieser Urkunde heute noch auswendig, weil diese Urkunde später so wertlos wurde wie ein Stück Papier mit dem man die Holzklötze im Ofen zum brennen bringt. Der jüngste Bruder meines Grossvaters, der einige Wiesen und Waldstücke erbte, heiratete eines der Schliffbacher Mädchen. Die Schliffbacher war eine der eher wohlhabenden Bauernfamilien, und er übernahm somit den Hof, den seine Frau nach dem Tode des alten Schliffbachers erben würde.
Die “Alte Schilffbacherin”, wie sie heute noch in meiner Sippe genannt wird, war ein böses Weib, das wurde ihr des öfteren nachgesagt, und wenn Boshaftigkeit und Einflussreichtum zueinander geraten, dann kommt meistens nichts gutes dabei heraus. Bei der Alten Schliffbacherin muss das wohl der Fall gewesen sein.
Der drittälteste Bruder meines Grossvaters war der Luttl. “Einer der nicht heiraten wird”. Nicht ein frommer Mann, der vielleicht für das Kloster in Frage käme, dafür war er zu einfältig, vor allem war er aber nicht sonderlich von unsittlichen Gedanken befreit. Ein schwuler also. Auch wenn man das nicht so sagte, und ich auch heute noch erschreckte Gesichter ernte, wenn ich dieses Wort so direkt auspreche, wenn ich nach der Ahnengeschichte frage. Der Luttl war halt so einer, der es zu nichts brachte. Natürlich bekam er auch einige zum Hof gehörende Wiesen, oder ein Waldstück hier und da,blieb jedoch auf dem Holzerhof, als Knecht meines Grossvaters, der der wahre Holzerbauer war. Den Holzer Luttl traf man aber öfter im Wirtshaus an, als auf den Feldern seines Kostgebers und war auch sonst kein allzu eifriger Geselle.
Im Hintergrund schmiedete die Alte Schliffbacherin jedoch schon dunkle Pläne. Man weiss bis heute nicht genau, inwiefern der jüngste Bruder meines Grossvaters, der nun Schliffbacher war, von diesen Plänen wusste und inwiefern er darin mitgewirkt hat, jedoch tauchte drei Jahre nach dem Tode des alten Holzerbauers ein neues Testament auf. In dem Testament wurde besagt, dass der gesamte Holzerhof, mit Ausnahme einiger Wiesen und Waldstücken, dem Luttl zustünde. Das Testament wurde zur Prüfung ins Gemeindehaus gebracht, dort als wahrhaftig erklärt, und der Besitz kurzerhand umverteilt. Inwiefern mein Grossvater sich dagegen gewehrt hatte weiss heute niemand genau zu sagen, es muss für ihn jedoch schon von vorneherein ein aussichtsloses Unternehmen gewesen sein, sich in die bürokratischen Gefilde des Vetternwirtschaftlichen Gemeindeshauses vorzudringen, da er erstmal, ganz anders als die Schliffbacherin, weit draussen und entfernt vom Dorf, seine Existenz betrieb und nicht über den Einfluss des alten bösen Weibes verfügte.
Er wurde jedoch auch nicht mehr als Knecht seines Bruders geduldet, sondern samt Frau und drei Kindern, kurzerhand vom Holzerhof vertrieben. So wurden sie von der Familie meiner Grossmutter aufgenommen, von den Tunigern. Die Tuniger waren eine grosse Sippe, zwölf Kinder und ziemlich ärmlich, obwohl deren Hof etwa 200 meter tiefer, unterhalb des Dorfes auf einem sonnigen und furchtbaren Fleckchen stand. Der Grund war halt zu klein und die Familie zu gross. Es gab bei den Tunigern ohnehin schon Verteilungsschwierigkeiten, und man ist schon froh darüber gewesen, dass die Juliane keine Ansprüche mehr am Besitz der Tuniger Ländereien erheben würde, da sie ja nun Holzer Bäuerin war, jetzt war sie aber zurückgekommen, samt mittellosen Mann und drei Kindern. Der Tunigerhof bestand jedoch aus zwei Gebäuden plus einem Stall, und so bekamen Blees und Juliane das zweite Geschoss des oberen Gebäudes zugewiesen. Auf Erbschaft musste Juliane verzichten, es wurde ihr aber Wohnrecht bis zum Ende ihres Lebens zugesagt.
Blees und Juliane schafften sich vier Kühe an, die sie, auf der einzigen Wiese die Blees geerbt hatte, die weit weg, oberhalb des Dorfes lag, grasen liessen. Weitere Kinder wurden geboren, und deshalb bekamen sie alle den “Tuni”-Zusatz in deren Namen. Das Geld reichte natürlich nirgendwo, von der Milch der vier Kühen konnte man keine achtköpfige Familie ernähren, und nach dem sechsten Kind hörten sie auch auf, weitere zu zeugen. Bis sechs Jahre später, der Pfarrer höchstpersönlich, beim Blees und der Juliane auf ein paar Scheiben Speck und einem Glas Wein einkehrte. Er tadelte ganz furchtbar, wie es doch sein könne, dass da keine Kinder mehr nachkämen. Er äusserte den Verdacht, dass sie sich lediglich der fleischlichen Lust hingäben, ohne an die Zeugung zu denken, ein Sündenfall also. Laut mundlichen Überlieferungen meiner Tanten, die die Gespräche durch die löchrigen Holzwände heimlich mithörten, weil sie aus der Stube geschickt wurden, versicherten der Bless und die Juliane, dass es bloss ein jämmerlicher Zufall sei, das Geld eben knapp und das Haus viel zu klein, man hätte andere Sorgen als sich der fleischlichen Lust hinzugeben. Ein Jahr darauf kam mein Vater zur Welt. Der Tuni-Peater.
Erst einige Jahre später endete die Misere meiner Familie, als nämlich die Gemeinde beschloss eine Schule zu bauen. Mein Grossvater beteiligte sich am Bau der Schule und blieb dann bis zur Pensionierung Angestellter in der Firma, die eigens für diesen Bau gegründet würde. Diese übernahm auch später alle möglichen Aufgaben, vom Strassenbau bis zum Bau des neuen Gemeindehauses und der Holzer Blees erhielt somit ein ordentliches Gehalt mit dem er endlich vom Tunigerhof wegziehen konnte, weil sie dort, da von den Geschwistern meiner Grossmutter unerwünscht, missgünstigen Streitereien ausgesetzt waren. Und alles nahm ein halbwegs gutes Ende.

Der Holzerhof wurde einige Jahre nachdem man Blees des Hofes verwiesen hatte, vom jüngsten Sohn der alten Schliffbacherin übernommen und der Luttl bekam Wohnrecht auf Lebzeiten. Auch einige Wiesen oder Waldstücke bekam er, die er verpachtete, damit er weiterhin ins Wirtshaus gehen konnte und seine Lebenstage nicht auf den Wiesen abschuften musste.

weite Kreise

Und dann trotz aller Euphorie, plötzlich erschrocken feststellen, dass mir die neue Anstellung, aufgrund der etwas exzentrischen Arbeitszeiten, es mir unmöglich macht, weiterhin in meinem Chor zu singen.
(Gekündigt ist schon, neuer Vertrag schon unterschrieben, altes abgetrennt, am neuen Ende wieder angeknotet, Schlussfolgerungen ziehen, ziehen weite Kreise.)
(und den langersehnten Tangokurs kann ich mir jetzt auch auf die Stirn kleben, und lange raten wer ich bin)

Und dann immer dieses verfluchte Wikipedia, das mir dauernd meine Abende raubt, beim Suchen nach Wörtern, noch einen Link daraus öffne, in neuem Tab natürlich, und noch einen Link, und noch einen, die Tabs dann noch viel mehr der interessanten Links enthalten, und neuen Tab und neuen Tab, bis die Tableiste soviel W‘s enthält, so W wie wuselig, dass sie den Bildschirm zu sprengen scheint.

Pralinen

Wenn ihr eurem persönlichen Computerfritzen, oder den blassen, käsigen Typen von der IT-Abteilung bei euch auf der Arbeit einmal eine richtige Freude machen wollt, dann vergesst dieses Jahr mal den 29.7. nicht. Der internationale Sysadminday. Es mag alles nicht so wichtig sein wie ein Muttertag, oder meinetwegen auch ein Vatertag, aber lasst die nerdigen Kauze einfach mal wissen, dass ihr es sehr zu schätzen wisst, welch eine ungeheuerliche Arbeit die in deren stillen und verrauchten Kämmerlein für euch, tagein tagaus verrichten, damit ihr unbekümmert eure Mails lesen könnt als wären die immer schon da gewesen, oder eure Dokumente abspeichert, als wäre das Laufwerk Y: oder eure Homedirectory etwas, das einfach da ist, wie der Tisch da drüben auf dem die Vase steht.
Eure Fritzen leisten wahre Meisterwerke für die ihr das ganze Jahr lang kein Auge habt, da ihr es nicht versteht, oder nicht verstehen wollt, und auch nicht die Wichtigkeit darin seht. Was ist schon, wenn der doofe Laptop schon wieder spinnt, dann muss halt der Fritze her, der soll sich den Scheiss mal angucken, dass ihr seine Arbeit als Scheiss bezeichnet, ist nun mal so, und steht nicht weiter zur Debatte, sie akzeptieren euren Frust. Sie sind alle bescheiden, verbringen still ihre Wunder, während ihr da draussen auf deren Arbeit eure grossen Reden schwingt.
Ihr müsst es ja nicht gleich übertreiben und eine köstliche Speise kochen, wie es man es bei mir zuhause zu tun pflegt, es reicht schon eine Schachtel Süssigkeiten, gepaart mit einem Kuss auf der Wange, oder selbst ein Strauss Blumen, auch wenn man letzteres vielleicht gar nicht denken würde, beim Sysadminday zählt jede Kleinigkeit, da dieser Tag jedes Jahr aufs neue vergessen wird, und ihr werdet sehr verdutzte Blicke ernten, weil es schon so weit ist, dass die Computerfritzen den Tag nur mehr untereinander feiern.
Und verbreitet das Wort.

pulswärmer

Da kommt man plötzlich auf die Blogroll einer Dame aus Berlin, liest sich erstmal ein bisschen durch und es klingt alles ganz nett, was sie da so von sich gibt, vor allem die Trilogie über Rachegelüste, eine bitterböse Kindergeschichte, doch dann sieht man sichselbst plötzlich auf einer getrennten Blogrollliste stehen. Getrennt mit der Überschrift “Pulswärmer”. Getrennt von den Dinosauriern wie Don, Anke, Spreeblick, Franziska, das Nuf und Herrn Nase. Es beruhigt, dass die sehr geschätzte Frau Modeste auch in meine Kategorie der Pulswärmer klassifiziert wurde, daher muss das eigentlich ein gutes Zeichen sein, aber, was wiegt schon unser bescheidenes Gewicht gegen das der anderen genannten Grössen?
Vor allem, weil diese Dinosaurier unter dem Titel “Guten Tag, Du” geführt werden, eine frische Begrüssung, ein Willkommensgruss, der morgens neue Frische ins Haus bringen soll, während Frau Modeste und ich lediglich Pulswärmer sind, wie ein schlappes Gelächter, das halt mal amüsant ist, das man sich hin und wieder mal reinzieht, wenn es draussen regnet und die anderen Guten-Tag-Du’s nicht genug Freude verbreiten.
In meinen kühnsten Augenblicken habe ich mir ausgedacht, dass Pulswärmer vielleicht ein besonderes Gütesiegel sei, schliesslich hat das ja was mit Herz und Freude zu tun. Der Puls schlägt schneller wenn man verliebt ist, wenn man ganz besonders erheitert ist, oder gar bei sexueller Erregung. Dafür spräche auch, dass wir “Pulswärmer” lediglich zu fünft sind. Ein auserwählter kleiner Zirkel, die seligmachende Elite sozusagen, während die Gutentagdus die graue Alltagsmasse sind, wie eine Zeitung eben, die man sich reinziehen muss um dauernd auf dem Laufenden zu sein. Mag sein. Dieser Gedanke besorgte mir so manche ruhige Minute, vor allem beim Einschlafen tat das Wohl.
Aber am nächsten Tag zweifelt man diese ganze Theorie wieder an. Vor allem beim Anblick der grossen Namen, mag man nicht ganz an jenen glücklichmachenden Gedanken glauben.
Dann fängt man an, das ganze rechnerisch zu lösen, aha, vielleicht steht das Gutentagdu lediglich dafür, dass die Weblogs täglich aktualisiert werden, wie Tageslektüre eben, während Frau Modeste und ich die mehrtägigen Schmankerln darstellen. Das träfe auf einige der Weblogs zu, aber Nein, der Don schreibt ja nur zwei oder dreimal pro Woche, die Theorie hinkt.
Es blieb nichts anderes übrig als die wesentlich gebildetere Dame des Hauses zu Rate zu ziehen, die sah das Pulswärmen erst auch einmal als Kompliment an, zog jedoch beim Anblick der Dinosaurier weiter oben, diese Aussage wieder zurück. Pulswärmer, meinte ich, sind doch die Dinger an den Pulsen, die die Tennisspielerinnen auch immer tragen, aber wir waren uns schnell einig, dass die anders hiessen, irgendwas mit Bänder, Pulsbänder oderso. Eigentlich ein tröstlicher Gedanke, schliesslich tragen Tennisspielerinnen die Dinger um irgendwas mit Schweiss zu machen, auffangen oderso, aufsaugen, aber dennoch möchte ich ungerne zur Schweissabsaugerei degradiert werden, auch nicht wenn es dem sexuellen Zwecke dient. Obwohl ich sonst gerne weiterhelfe wo ich kann. Ich helfe gerne beim Halten der Geräte und Spielzeuge, ich gucke auch weg, wenn es sein muss, wenn es wirklich sein muss, aber bloss für den Schweiss, nee, das ist Drecksarbeit, das muss nicht sein.
Ein bisschen gurgeln half schonmal bei der Terminologie von Pulswärmern: Pulswärmer sind also wollige Stulpen die Soldaten vor dem bitteren Erfrierungstod schützen sollten. Ein wahrlich schöner Gedanke. Also wären wir wieder zurück beim Wärmen des Herzens. Oder beim Tod, da draussen, im russischen Winter.

ein guter Anfang

Gerade bin ich im Traum unglaublich witzig gewesen und musste dabei so laut lachen, dass ich davon aufgewacht bin, und selbst noch im Wachzustand weiterlachen musste.
Vielleicht wird ja noch was aus diesem Tag.

verirrte Gedanken zur Lage der Nation

Dass ich je einer linken Partei, wie dieses neue Linksbündnis, skeptisch gegenüberstehen würde, hätte ich wohl nie zu träumen gewagt. Ich war zwar niemals Mitglied einer Partei oder auch sonst niemals in irgendeiner Weise einer Partei besonders nahe, jedoch habe ich in meiner Heimat immer “Rifondazione Communista” gewählt, ganz einfach, weil die am ehesten für die Werte aufkamen, die mir immer wichtig waren und auch heute noch wichtig sind. Der ganze soziale Krams eben, der Einsatz gegen den gierigen Kapitalismus und letztendlich setzten sich die Kommunisten immer gegen den Räumungen der Häuser ein in denen ich lebte. Und natürlich noch vieles andere.
Jedoch muss ich nun erschreckend feststellen, dass ich nicht verstehe, wie man in der momentanen Zeit, von sich anhäufenden Staatsschulden und kurz bevorstehender Wirtschaftskrise, in die wir uns nämlich geradewegs hineinmanövrieren, nur traut man sich das nicht dem Volk zu sagen, sich für die Erhöhung des Arbeitslosengeldes einsetzen kann.
Machen die das bloss um Seelchen für deren Ding zu gewinnen oder meinen die das wirklich Ernst?
Leider sind die Parteien, die die Wirtschaft noch am ehesten erretten können, die falschen Parteien, aber vielleicht ist es auch gut, wenn die CDU und die Liberalen wiedermal die grosse Politik machen, dann können wir endlich wieder alle auf die Strasse gehen und uns aufregen. Gegen die Politik der SPD und der Grünen zu demonstrieren war schliesslich immer etwas merkwürdig. Alsob man sichselbst verrät. Auch wenn es nicht meine Parteien sind, so sind sie doch irgendwo die Guten, oder eben die nichtganzsoschlechten.
Nein, ich weiss nicht, wie man die Welt, oder dieses Land, zu einem besseren Ort machen kann, Wahrscheinlich brauchen wir eine Revolution, alles umkrempeln und anzünden, dann fressen wir mal ein paar Jahre lang Steckrüben und fangen ganz von vorne an. Vielleicht erst noch ein bisschen Wirtschaftskrise, in der wir uns alle in Pianobars elendig betrinken, statt fernzusehen das Kabaret besuchen, wo wir dann billigen Wein aus hohen und schlanken Gläsern trinken und fremde Frauen in den Armen halten, am nächsten Tag arbeitslos und mit gebrochenem Herzen, in der unbeheizten, kahlen Wohnung Gedichte schreiben.
Aber die Löhne da drüben, im fernen Osten, werden wohl nicht ewig so niedrig bleiben, dann kommen die Firmen ja wieder zurück, weil die Lohnkosten im Entwicklungsland Deutschland so niedrig sind. Und in der Zwischenzeit haben wir wieder ein bisschen Zwanzigerjahre gespielt und Steine geschmissen, während sie drüben ein wenig gucken konnten, wie das mit dem Wohlstand so ist. Win-Win sozusagen. Ist eigentlich ja gar nicht so schlecht.

ein Dank

Ein grosser Dank an die Leser die mich in ihre Abendgebete aufgenommen haben. Ich habe die Stelle bekommen. Ich fange schon am ersten August an.
Zwar habe ich die Mailbox umsonst maltrattiert, weil ich am Freitagabend enttäuscht feststellen musste, dass keine Antwort gekommen war, aber als ich dann kurz vor Feierabend auf mein immer auf lautlos gestelltes Handy guckte, sah ich, dass mich die Firma angerufen hatte. Also rief ich sofort zurück und bekam die frohe Botschaft mündlich überliefert.

Danach bin ich saufen gegangen, nicht deshalb, aber letztendlich möchte ich trotzdem einen der Schnäpse von gestern, auf meinen neuen Job getrunken haben, nachträglich sozusagen. Vielleicht besänftigt das auch meinen pochenden Kopf von heute.

du Penner du

Mek, kauf dir mal neue Hosen, das hast du nun davon, dass genau heute der Hosenknopf reisst, genau heute beim Fototermin für die Mitarbeiterzeitung, da kannst du auch noch so gut versuchen, die Hände vor dem Hosenschlitz zu halten, beim Gehen wird es dir jeder anmerken, oder sich wenigstens darüber wundern, dass du so gekrümmt läufst, weil du heute auch noch das kurze Tshirt angezogen hast, das Tshirt das du sonst nie anziehst weil es eben zu kurz ist und deinen Bauch, den du besser verstecken solltest, immer sichtbar wird, aber das hilft natürlich nicht, wenn du zu spät gemerkt hast, dass du die ganze Woche zu faul zum Wäschewschen gewesen bist, und keine sauberen Klamotten mehr hast, dass du dich halt in dieses jämmerliche Tshirt und in diese auseinanderbrechende Hose stecken musst. Das Bügeln der anderen, und einzig verbliebenen Hose, verschiebst du nun auch schon seit Wochen, darum bist du ganz einfach selber Schuld.
Und jetzt wo der Reissverschluss auch nicht mehr richtig halten will bleibst du eben den ganzen Tag bis Feierabend, der heute auch noch spät ausfällt, sitzen und die Zigarettenpausen kannst du zuhause nachholen.
Und gib jetzt nicht deinem Bauch die Schuld an dem kaputten Hosenknopf, und wenn, dann bist du sogar daran selbst Schuld, du verfressener Kerl, und komme mir auch nicht so launisch daher indem du dich über deine Kollegen beschwerst, dass niemand Sicherheitsnadeln hat, wie schlecht das doch sei, kein Punkgeist mehr in the house, nein, jetzt bleibst du verdammtnochmal sitzen und arbeitest weiter bis neun.
Und auf dem Foto werden sie dich alle auslachen.

stöhn

Nicht mal bloggen macht Spass, bei dieser Hitze. Uffa.

technikerhoffung

Ich frage mich ob meine Mailbox irgendwann Abschürfungen oder blaue Flecken bekommt, wenn ich weiterhin die ganze Zeit auf reload klicke, in der Hoffnung es findet sich die Email darin vor, in der steht, Herr Mek, wir möchten Sie gerne einstellen.
Vor allem Sorge ich mich, weil gerade erst Montagmittag ist, und ich im Laufe dieser ganzen Woche die Antwort bekommen sollte.

Weil ich ja als UNIX-techniker angestellt werde, müsste ich eigentlich wissen, dass ich selbst im Sekundentakt, bis Freitagabend, auf Reload klicken kann, ohne die Mailbox gegen mich aufzubringen, aber ich möchte mein kleines bisschen Glück, das mir derzeit nicht sonderlich wohlgesinnt ist, nicht überstrapazieren, sodass ich mich gerne auch mal um die Gefühle meines Mailservers sorge. Vielleicht werde ich ja belohnt.

londonbeben

Leider war es eine Frage der Zeit: Londonleben berichtet.