[Donnerstag, 5.5.2022 – Vorräte, Baumfällen, Verwildern der Hunde]

ir fuhren heute früh zum letzten Mal ins Dorf, um die Vorräte für die verbleibenden zwei Tage aufzufüllen. Am Samstag fahren wir wieder zurück. Wir werden die Reise wieder in zwei Abschnitte aufteilen, da wir das Haus wieder runterfahren. Zwar werden wir es nicht mehr winterfest machen, da in den nächsten ein bis zwei Monaten aber niemand hier wohnen wird, muss es dennoch etwas eingemümmelt werden.

Im Systembolaget des Dorfes schaue ich mich nach ein paar Bieren um. Von Stigbergets und Opigards habe ich alle durchprobiert. Opigards hat für die Saison ein phantastisches Frühlings-Ale gebraut. Zwischen den ganzen Neuerscheinungen sehe ich auch eine Flasche der Berliner BRLO. Ich finde das erstaunlich, wie sie es schaffen, sich mit mediokrem Bier auf dem internationalen Markt zu platzieren. Stünde auf deren Flaschen nicht “From Berlin with Love” würde sich wahrscheinlich niemand dafür interessieren.

Um auch den Holzvorrat aufzustocken, verarbeite ich einen kleinen Baum zu Kleinholz. Es gibt in unmittlebarer Nähe drei umgefallene Bäume. Einer hängt mir zu gefährlich über den Wegesrand, ein anderer hat sich ungünstig im Wald zwischen den Jungbäumen verkeilt, aber ein Dritter Baum ist unkompliziert auf die Wiese gestürzt. Ich ziehe diesen hoch bis zur Scheune, wo ich ihn mit der elektrischen Motorsäge zerkleinern kann.
Um die anderen beiden Bäume wird sich der Pächter Lasse kümmern. Er wird sie mit seinem Pickup zur Scheune bringen. Ab da werde ich sie im Sommer zu Kleinholz verarbeiten. Was Büroarbeiter wie ich im Urlaub halt so machen.

Ich frage mich, wie unsere Hündin sich wieder an die Stadt gewöhnen wird. Sie hat hier einen größeren und vermutlich spannenderen Bewegungsradius. Allerdings bleibt sie immer in unserer Umgebung. Wenn wir vor dem Haus sitzen ist sie zwar beschäftigt, aber sie entfernt sich nie von uns. Es gibt so etwas wie eine unsichtbare Grenze. Sie geht nicht alleine zum FLuss hinunter und sie geht nicht alleine in den Wald. Ich hatte ein wenig Angst, wie sie sich hier verhalten würde. Die Geschichte von Alex und seinem Hund, bei dem der Jagdtrieb erweckt wurde und sich damit der Alltag mit dem Hund verändert hat, beunruhigte mich doch ein wenig. Andererseits können wir sie hier nicht ständig angeleint lassen. Die Hunde der Schwiegereltern liefen hier auch jahrzehntelang immer ungleint ums Haus herum. Bei den Spaziergängen nahm man sie jedoch immer an der Leine. So wollten wir es mit ihr auch handhaben. Bisher geht es gut. Sie schnüffelt den ganzen Tag den Boden ab oder starrt den Gänsen und Rabenvögeln hinterher. Ich habe vor dem Haus schon mehrmals Rehe und Hasen gesehen. Vor allem morgens, wenn man aus dem Haus kommt, sieht man Tiere auf der Wiese weglaufen. Die Hündin kriegt das aber alles nicht mit. Sie schnüffelt nur den Boden ab.

Dafür hat sie heute bei der großen Waldrunde ein Froschkadaver gefunden. Hunde und Kadaver, eine gewöhnungsbdürftige Liebe.

Etwa drei Kilometer entfernt wird Wald gerodet. Das ist in Schweden ja nicht unüblich, schliesslich gibt es hier unfassbar viel Wald und es folgt alles einem nachhaltigen Konzept, was bedeutet, dass nach der Rodung wieder systematisch aufgeforstet wird. Der Lärm der Rodung ist allerdings beeindruckend und schallt kilometerweit. Es klingt erschreckend aggressiv, als würde jemand Wald rausreissen. Ich dachte immer, da würden junge Burschen mit Bärten und Holzfällerhemden mit Motorsägen hantieren. Aber die sitzen jetzt wohl alle in Berlin und trinken handwerklich gebrautes Bier.

Ah, noch eine Sache über unser Haustier: sie entwickelt hier einen Beschützerinstinkt. Sie steht vor dem Haus und knurrt oder bellt, weil sie glaubt etwas gesehen zu haben. Das kannte ich von ihr bisher nicht. Ob das gut ist, vermag ich noch nicht zu sagen. Generell finde ich bellende Hunde nervig. Ich glaube aber, das ist einfach in diesen Tieren drin, wie bei uns Menschen das Handygucken.
Heute bellte sie unter anderem meine Hose an. Ich hatte die Hose zum Trocknen auf die Wäshceleine neben der Scheune aufgehängt. Eine Stunde später sah auch die Hündin die Hose aus der Ferne und fing an, sie anzubellen.

[Mittwoch, 4.5.2022 – Ufer, Bienen, Edamamenudeln, Kartenspiel]

Da man uns 17 Grad versprochen hatte, beschlossen wir, heute nichts zu unternehmen, sondern den Tag über uns ergehen zu lassen. Das Thermometer blieb jedoch bei 12 Grad hängen und auch die Sonne kam nicht aus der Wolkendecke hervor. War aber nicht schlimm.

Wir liefen hinunter zu den Flussauen. Wir zogen uns hohe Gummistiefel an, weil der Untergrund unberechenbar ist. Auf der einen Seite kann es moorig sein, aber durch die Schicht umgeknickter Gräser, tummelt sich darunter auch allerlei Getier. Vor allem Schlangen. Ich möchte ungerne mit Sneakers auf eine Schlange treten. Mit Gummistiefeln läuft es sich entspannter. Ich verstehe nicht, dass sie bei Tolkien immer barfuss durch solche Gegenden laufen.

Es gibt da eine Stelle mit einer kleinen Bucht. Ich erkläre meiner Frau, wie ich mir dort eine Badestelle vorstelle. An der kleinen Landzunge könnte man einen kleinen Steg bauen mit dem man das Schilf passieren kann. Sie versteht meinen Gedanken, sie erinnert sich aber daran, dass diese Gegend in den Sommern ihrer Kindheit schon immer unangenehm war. Große Insekten, stechendes Gewächs auf dem Boden, ausserdem ist der Flussströmung an dieser Stelle stärker.

Ein paarhundert Meter flussabwärts wird das Ufer etwas steiler. Die Hundin versucht die ganze Zeit näher an das Wasser zu kommen. Sie ist ein Wasserhund, sie weiss es nur noch nicht. Das finde ich lustig. Meine Frau schlägt vor, sie ins Wasser zu heben. Wir beschliessen, die lange Schleppleine nicht abzunehmen, weil wir Angst davor haben, dass sie von der Strömung mitgerissen wird. Ich warne meine Frau, dass im Notfall sie dazu bereit sein muss, dem Tier hinterherzuspringen, weil ich werde das ganz bestimmt nicht tun.
Sie hebt das Tier mit den Beinen in eine untiefe Stelle. Die Hündin scheint es OK zu finden, aber reagiert nicht besonders darauf. Dann nahm ich jedoch einen Stock zur Hand und warf ihn ins Wasser. In dem Moment scheint bei ihr ein Schalter umgelegt zu sein. Sie wird ganz aufgeregt und unternimmt Versuche, ins Wasser zu springen. Sie geht bis zu den Schultern rein und, ja ich weiss nicht, was sie da genau macht, irgendwie schwimmt sie, aber ohne das Ufer wirklich zu verlassen. Sie ist noch an der Schleppleine, wir trauen uns nicht, sie im Wasser loszulassen. Vermutlich liegt es an der Leine, dass sie nicht springt.
Sie schaut noch lange trauernd dem wegtreibenden Stück Holz hinterher.

Auch Lasse, der Pächter, kam heute vorbei. Er wollte nach seinen Bienen schauen. Er und seine Frau sind Imkerinnen. Sie haben 7 Bienenhäuser (nennt man das so?) hinterm Haus aufgestellt, weil da eine große Linde steht. Die Linde wurde von Grossvater meiner Frau gepflanzt, es gibt noch alte Fotos auf denen die Linde einen Meter hoch ist. Heute ist die Linde der dominierende Baum in der näheren Umgebung. Linden kommen nicht so häufig in der Gegend vor, sie sollen dem Honig aber einen fabelhaften Geschmack geben, deswegen liess man Lasse und seine Frau die Bienenstöcke aufstellen. Ich kann bezeugen, dass der Honig einen leichten Lindengeruch in sich trägt.

Danach lasse ich die Drohne steigen. Die Steuerung ist noch etwas holprig, ich bin mit Gamecontrollern nicht so geübt und letztendlich ist es ja ein Gamecontroller, den man da in der Hand hält. Ich muss das mit den Bewegungen noch etwas flüssiger hinbekommen. Ich traue mich nicht, das Gerät höher als 50m zu fliegen. Das ist schon verdammt hoch. Wenn ich während des Steuern auf das Display schaue, und die Liveaufnahme von oben sehe, dann wird mir etwas schwindelig. Ein komischer Effekt.

Später, irgendwann nach Beer o’clock, merken wir, dass wir zu wenig Bier vorrätig haben. Wir haben eingekauft wie die Amateure. Dann kochen wir Edamamenudeln mit Käsesauce. Ich finde die Nudeln unfassbar lecker, meine Frau hingegen findet, sie schmecken nach Karton. Weil das Bier alle ist, trinken wir nach dem Essen Whisky, dabei merken wir bald, wie schnell uns das zu Kopf steigt. Also spielen wir Karten. Meine Frau will “Mormorask” spielen, ein Kartenspiel ihrer Grossmutter, sie kann sich aber nicht mehr an die Regeln erinnern. Ich weiss noch, dass es eine Variante eines Stichspiels ist, also fangen wir einfach an. Anfangs erfindet meine Frau irgendwelche Regeln, die sie zu ihrem Vorteil ausspielt, aber im Laufe der Runden, zementieren wir ein paar dieser spontanen Regeln und jede Runde kommt die eine oder andere Regel hinzu. Nach dem dritten Whisky wurde es ein ziemlich komplexes Kartenspiel. Morgen werden wir das Regelwerk wieder vergessen haben.

[Dienstag, 3.5.2022 – Borås, Muskatnuss, wie die Hennen]

Heute waren lediglich 13 Grad angekündigt, aber es war trotzdem ein sehr warmer Tag. Aufgrund der Windstille brannte die Sonne herunter wie an einem Frühsommertag. Ich trug obenrum lediglich ein Tshirt und einen dünnen Pulli.

Gegen Mittag fuhren wir nach Borås. Das ist die nächste größere Stadt und nicht so weit entfernt. Ein Besuch in Borås gehört eigentlich immer zum Standardprogramm, wenn wir in Schweden sind. Im Sommer werde ich versuchen, ein Heimspiel des Boråser Elfsborg IF zu besuchen.
Es stellte sich heraus, dass es nicht besonders praktisch ist, schwedische Städte mit Hund zu besuchen. Das Tier darf eigentlich nirgendwo hinein. Im Sommer ist das sicherlich kein Problem, aber an kalten Tagen eher schon. Immerhin schien heute diese heisse Sonne, die Hündin und ich machten es uns also an einem günstig platzierten Tisch vor dem Espressohouse in der Sonne gemütlich, während meine Frau ein paar Erledigungen machte.

Zurück im Wald spazierten wir die lange Waldrunde. Die lange Waldrunde ist 4 Kilometer lang. Im Sommer ist die Runde an bestimmten Stellen nahezu unerträglich, weil die Sonne auf den Weg brennt, aber bei diesen Temperaturen ist es eigentlich der perfekte Spaziergang.

Weil sich heute unsere Hochzeit zum neunten Mal jährt, assen wir danach eine Zimtschnecke und eine Vanilleschnecke. Das liest sich jetzt komisch. Aber als meine Frau meinte, komm, lass uns zu unserem Hochzeitstag eine Zimtschnecke und eine Vanilleschnecke essen, freute es mich und es klang total sinnvoll. Jetzt weiss ich aber nicht warum. Ist ja kein Brauch oder so.

Während wir so in der Sonne sassen und Kaffee mit süßen Schnecken assen, packte ich auch die Drohne aus und baute sie zusammen. Kurz danach kam meine Frau mit zwei Bieren von Innis and Gunns, ein Session IPA, das wir in Schottland immer trinken. Überraschenderweise gibt es das Innis and Gunns in allen schwedischen Systembolagets als wäre es ein Standard Bier. Uns freut das jedenfalls. Aber ich bin ja ein Fan von Session IPAs oder Session NEIPAs.

Nach dem zwei Bier wäre die Drohne flugbereit gewesen, aber ich fühlte mich schon etwas angetütert und ich weiss nicht, betrunken fliegen, Punktkomma, ist das wirklich eine gute Idee? Ich wägte ein bisschen ab, liess es aber sein.
Dafür gingen wir bald in die Küche. Köttbullar zubereiten, Mit KArtoffelbrei. Meine Frau entschuldigte sich, dass sie keinerlei Gewürze habe, nur Salz und Pfeffer, aber das dürfte ja reichen. Beim Zubereiten des KArtoffelbreis stellte sich allerdings heraus, dass sie Muskatnuss gekauft hatte.
FÜr die neuen Leserinnen, die nicht wissen, warum die Muskatnuss in meinem Haushalt einen umstrittenen Status hat, sei dieser Text empfohlen: die Muskatnuss – wie es damals kein Haschisch gab und ich deswegen Muskatnuss ass.

Kurz nach neun geht die Sonne unter. Die Dämmerung zieht sich noch eine ganze Weile hin. Wir fahren uns runter und liegen schon früh im Bett. Wie die Hennen. Immer mit der Sonne.

[Montag, 2.5.2022 – Flussauen, Warmwasser, Holzofen]

Das Bett war eisig kalt. Sobald man aber ein paar Sekunden drin lag, ging es. Man durfte bloss nich Gliedmassen unter der Bettdecke hervorlugen lassen.

Danach schlief ich wie ein Lämmchen.

Am Morgen gingen das Tier und ich hinaus. In der frühen Morgensonne hinunter zu den Auen des Flusses. Der Nebel hing in den Bäumen überm Wasser. Die Hündin schnüffelte nach den vielen unbekannten Gerüchen. Am Ufer fand sie Elchkot und schnappte nach einem eigroßen, braunen Knödel. Ich wusste nicht, dass sowas schmeckt. Das Verhalten soll nicht unüblich sein, wie ich später erfahre.
Wir wollten heute ins Dorf fahren, vielleicht ist es aber keine gute Idee, wenn ich daran denke, wie gerne sie sich im Auto übergibt.

Ich mag diese Jahreszeit hier sehr. Ich kannte bisher nur den Hochsommer in Schweden. Da steht das Gras hoch und muss ständig gemäht werden, die Bäume tragen dichtes Laub, überall schwirren Insekten und alles ist satt. Das ist mir alles zu viel. Im Mai kann man vom Haus aus das ganze Flussufer sehen, im Sommer hingegen ist alles verwachsen und überhaupt: man kann viel besser sehen, wenn nicht immer alles so grün ist.

Ich möchte am Fluss eine neue Badestelle ausfindig machen. Die jetzige Badestelle ist mir zu steil und über dem Winter ist der Fluss wieder über die Ufer getreten und hat dabei die Holztreppe und die Bohlen weggerissen. Einmal fanden wir die Treppe etwa 100m landeinwärts auf einer Wiese.
Die Schwiegermutter erzählte mir, als Kinder hätten sie immer etwa 200m flussaufwärts gebadet. Ich konnte mir nie vorstellen, dass man flussaufwärts einen besseren Zugang zum Wasser haben würde, weil dort alles zugewachsen und verwuchert ist. Aber jetzt im Frühling sieht man, dass da das Ufer wesentlich flacher und geschützter ist, als da wo sich die Badestelle heute befindet. Ich glaube aber, dass man die alte Badestelle aufwendiger pflegen muss, was heisst, man braucht bessere Gerätschaft um das Gras und den schilfartigen Bewuchs kleinzuhalten. Im Sommer, wenn man hier ist, ist das meistens zu spät, weil die Vegetation an ihrem Höhepunkt steht. Vermutlich wurde jene Stelle deswegen im Laufe der Zeit aufgegeben. Die neue Badestelle liegt direkt an der Wiese, die vom Pächter gemäht wird. Dort ist das Ufer aber zu steil. Zu steil für mich jedenfalls. Ich bin kein guter Schwimmer.

Ich habe noch keine Lösung dafür, es sind nur Gedanken.

Am Vormittag kommt der Elektriker um den Brunnen in Betrieb zu nehmen. Wir sollen das in Zukunft selber machen können. Es gibt etwa tausend Dinge zu beachten. Wir dokumentieren jeden dieser tausend Schritte. Fotografisch und auf Papier.
Als er geht, haben wir Wasser. Auch warmes Wasser.

Nach dem Essen fahren wir dann doch ins Dorf ein paar Einkäufe zu erledigen. Auch um Bier zu kaufen. Alkohol kann man in Schweden ja nur unter der Woche im Systembolaget kaufen. Das Systembolaget hat immer eine exzellente Auswahl an alkoholischen Getränken. Vor allem beim Bier. Während es in deutschen Supermärkten zwar viele Biere in der Masse gibt, beschränkt sich die Auswahl auf hunderten gleichschmeckenden Hellen und Pilsen, einige Weizens und das eine oder andere Dunkle oder Zwickels. Die Auwahl an BIerstylen ist in jedem Dorf-Systembolaget undgefähr fünfmal so hoch.

Das Dorf ist etwa 20 Kilometer entfernt. Die Einkäufe muss man also mit dem Auto erledigen. Wir nehmen unser Tier mit, da wir sie in der fremden Umgebung noch nicht so lange alleine lassen wollen. Zuhause lassen wir sie schon mal 20 Minuten alleine. Hier würde das länger dauern.

Der Elchkot bleibt glücklicherweise im Magen des Tieres.

Und plötzlich ist es Bier o’clock. Wir öffnen uns ein Bier und setzen uns in die frische Frühlingssonne. Es ist heute windig, der Wind ist kalt, aber mit Jacke und Mütze ist es angenehm. Jetzt wo die Bäume noch keine Blätter tragen sieht man von unseren Sesseln aus den Fluss. Das ist sehr schön.

Heute schaffen wir es mit dem Heizen. Es geht jedoch nicht so einfach, der Herd stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert und das angeschlossene Heizsystem aus, was weiss ich, aus lange vergangener Zeit. Aber nach mehreren erstickten Anfeuerungsversuchen, bleibt das Feuer am Leben und das Haus kommt auf Temperatur. Das Abendessen verspeisen wir ohne Jacken. Es wird wohnlich.

[Sonntag, 1.5.2022 – Västra Götalands Län]

Heute war es nicht mehr so weit. Nur noch etwas 3 Stunden. Der Großteil der Fahrt würde auf Landstrassen stattfinden bzw über kleine Strassen durch die Wälder von Västra Götalands Län. Teilweise fährt man da durch schwedische Bilderbücher. Kleine Seeen mit kleinen Grüppchen weissroter Holzhäuschen. Immer wieder, in verschiedenen Variationen.

Die Hündin mag diese Strassen nicht. Sie kotzte drei Mal. Auf der Autobahn war noch alles gut, als wir aber durch die kleinen Strassen fuhren, ging es los. Das war gestern in Deutschland auch schon so. Sie übergab sich erst, als wir auf der Landstrasse auf Rügen fuhren. Es ist zumindest eine Erkenntnis. Zur Sicherheit hatten wir Reisetabletten für sie gekauft. Da sie mittlerweile das Fahren einigermassen zu ertragen scheint, sahen wir davon ab, man muss ja nicht immer mit Chemie zuschalgen. Aber auf dem Rückweg werden sie wohl einsetzen, sie soll Autofahren wenn möglich mit positiven Erinnerungen verknüpfen. So steht es im Buch geschrieben.

Das lustige dabei: ihre Trockenfutterchips behalten ihre Form, aber vervierfachen offenbar ihre Größe im Magen. Ausgekotzt sehen sie aus wie Fishermans Friends.

Gegen Mittag kommen wir in unserem Häuschen an. Weil der Schwager im Herbst Rattengift ausgelegt hat, muss das Tier draussen warten. Wir kriegen die Türen aber nicht auf, die Schlüssel lassen sich nicht drehen. Der Vater meiner Frau hat uns gewarnt, dass die Schlüssel sehr neu sind und daher etwas schwierig handzuhaben sein werden, daher probieren wir lange herum, bleiben lange optimistisch, wir stecken die Schlüssel sogar in Handcreme. Das Schloss lässt sich aber nur wenig drehen.
Irgendwann rufen wir die Eltern meiner Frau an, die vorschlagen, den Sohn des ehemaligen Pächters zu kontaktieren. Der Sohn des ehemaligen Pächters heisst Lasse und ist ein beeindruckender Mann. Beeindruckend in der Größe, beeindrucktend im Händedruck und überhaupt. Ausserdem ist er sehr freundlich und war uns immer sehr zugewandt. Ich kenne ihn schon seit Jahren. Eigentlich ist er Waldarbeiter, ja was will ich eigentlich sagen, ich glaube, ich will sagen, dass wenn jemand weiss, wie man in das Haus hineinkommt, dann ist es Lasse. Lasse kann eigentlich alles.

Am Telefon sagt er uns, dass er gleich nach dem Mittagessen kommt. Er schickt stattdessen jedoch seinen Sohn. Meine Frau kennt den Sohn noch von früher, als sie ein kleines Mädchen war. Er ist nur wenige Jahre jünger als wir und ist gerade wieder zurück in die Gegend gezogen, nachdem er mehr als zehn Jahre in Norrbotten gelebt hat. Norrbotten ist das riesige, weite, dünnbesiedelte Gebiet im Norden, zu dem auch Lappland gehört. Er hat einen dreijährigen Hund dabei, eine Mischung aus sibirischem Laika, Jämtländischem Hund und noch etwas von da oben. Er ist klein, aber trotz seiner Größe wirkt er sehr athletisch. Lasses Sohn sagt, dass er sie vor allem wegen der Bären hielt. Genau. Das Norrland und die Bären. Unsere Hündin liebt den Hund auf Anhieb und himmelt ihn an.

Er zieht jedenfalls seinen Schlüssel raus und steckt ihn ins Schloss, dreht ihn um und die Tür öffnet sich.
Das finden wir lustig. Seltsam aber lustig. Weil unsere Schlüssel nicht zu funktionieren scheinen, lässt er uns seine da.

Danach beginnen wir mit den Aufschliessarbeiten. Also lüften, Strom anschalten, Kühlschrank putzen, Mäusekot wegmachen. Es gibt dieses Jahr keine böse Überraschungen. Nach zwei Stunden sind wir schon fertig. Wir entdecken zwei halbvolle Orkney Whiskys. Damit setzen wir uns in die Sonne und stoßen an.
Heute würden wir noch kein Wasser haben, dafür kommt morgen der Elektriker, der den Brunnen gebaut hat und in Betrieb nehmen kann. Bis dahin waschen wir uns mit Wasser aus Flaschen.

Vor dem Haus in der Sonne ist es schon angenehm, es hat sechszehn Grad, aber das Haus selbst ist ziemlich ausgekühlt. Es ist drinnen kälter als draussen. Gegen fünf Uhr fachen wir das Feuer im Kamin an, nach zwei Stunden merken wir aber, dass das Haus davon nicht wirklich warm wird. Wir hätten besser den Herd angeheizt, damit die Heizungsrohre anspringen. Dafür ist es aber schon zu spät, also beschliessen wir, den Abend am Kamin zu verbringen. Wir essen Würstchen mit Kartoffesalat. Das finden wir lustig. Meine Frau hält sich die Würstchen ins Feuer des Kamins. Die Sonne geht um 21Uhr unter. Eine halbe Stunde später als in Berlin.

Vom Abendessen bis zum Sonnenuntergang sitzen wir vor dem Kamin und wechseln kaum ein Wort miteinander. Das klingt jetzt komisch. Ist aber schön.

[Samstag, 30.4.2022 – Sassnitz, Ystad, Helsingborg]

Wir nahmen also die Route über Sassnitz -> Ystad. Das Tier hielt lange durch und schien auch weitgehend entspannt. Aber kurz vor Sassnitz wehte ein säuerlicher Geruch durch das Auto. Das Trockenfutter war ihr hochgekommen.

In Schweden angekommen. Ab sofort stehen wir nicht mehr unter dem Schutzschirm der NATO. Seltsamer Satz.

Wir legten einen Zwischenstopp in Helsingborg ein. Der Grund dafür ist, dass wir dieses Jahr das Häuschen aufmachen werden. Das heisst, wir sind die ersten, die nach dem Winter das Haus wieder betreten. Oft warten Überraschungen auf diejenigen, die das Haus aus dem Winterfestigkeit holen. Letztes Jahr war ein Mäusejahr. Das Haus wurde von einer Mäusekolonie heimgesucht und das Sofa wurde als Bruststätte verwendet. Ja, ich weiss, dass Mäuse keine Eier legen, aber mir fällt das Äquivalent für Nagetiere nicht ein. Bei Menschen wäre es die Babystation. Das ganze Sofa lag unter Kot und Urin.

Ein andermal hatte man vergessen, den Schornstein zu schliessen. So fiel im Winter eine Wildgans in den Schornstein, die schliesslich nicht mehr den Weg hinaus fand. Das Tier verendete auf dem Boden. Wahrscheinlich qualvoll. Nicht ohne das halbe Wohnzimmer verwüstet zu haben.

Usw.

Ich bin gespannt, was uns morgen erwartet. Da ich es sehr anstrengend finde, nach einer sehr langen Autofahrt ein Haus zu betreten in dem ich erst einmal Tierkadaver entfernen oder stundenlang putzen muss, entschlossen wir uns für den Zwischenstopp in Helsingborg. In Helsingborg komme ich sonst immer mit der Dänemarkfähre an Land, ich kenne den Ort also ein bisschen vom Durchfahren. Von Helsingborg brauchen wir noch etwa 3 Stunden. Wenn wir morgen früh starten, dann sind wir gegen Mittag da und ich fühle mich auch fit genug, tote Tiere zu entfernen.

In Helsingborg checkten wir uns ins Radisson Blu ein. Das habe ich gemacht, weil Radisson Blu ein Hotel in Longyearbyen betreibt. Das Raddison Blu Polar ist das nördlichste Kettenhotel der Welt. Tja. So ist das. Ich bin eine treue Seele wenns um Longyearbyen geht.

Mit Hund darf man in Schweden leider keine Restorangs betreten, also liessen wir uns das Essen aufs Zimmer bringen. Ich konnte mich nicht zwischen Kötbullar und Tryffel-Tortellini entscheiden, also nahm ich den Burger, ja genau, Burger. Ich hasse Burger, wie ich vor wenigen Tagen hier in den Kommentaren großmäulig kundtat, aber ich hatte Lust auf Burger und Pommes. Dazu gab es ein ausgezeichnetes Bier, von einer Brauerei namens Mariestads. Das Bier ist ein unfiltriertes Export. Das muss ich mir merken, vielleicht kann ich es auch im Systembolaget kaufen. Wir bestellten uns gleich eine zweite Runde aufs Zimmer. Danach gingen wir mit dem Tier eine Runde und fielen wie zwei Steine ins Bett.

[Freitag, 29.4.2022 – Packen]

Morgen geht es nach Schweden. So viel ist deswegen nicht passiert. Ich war im Büro und war vor allem damit beschäftigt, Themen zu übergeben. Und ich habe phantastische Teigtaschen bei der Sushitheke im Rewe gegessen.

Morgen werde ich das Spiel gegen Bielefeld nicht sehen können. Kurz vor Anpfiff fährt die Fähre in Sassnitz los und kurz nach Abpfiff legt sie in Ystad wieder an.

Am Abend packte ich. Es ist eine schwierig zu packende Jahreszeit. Ich besitze vier Typen Jacken:

1) eine für sehr niedrige Temperaturen, ab minus 5 bis weit in den Temperaturenkeller hinein
2) die andere nenne ich “Standard Berlin Winter”. Diese trage ich meistens im Winter. Sie deckt leichte Minusgrade ab bis zu zehn Plusgraden, da wird sie langsam zu warm
3) dann die Übergangsjacke. Sie ist leicht gefüttert und ich nenne sie Sommerjacke Longyearbyen. Kann man ab 8 Grad tragen, bis fünfzehn/sechszehn
4) eine ungefütterte Jacke aus, ja was denn eigentlich, schwarzem, elastischen Jeansartigen Textil

Die Jacken 2 und 4 sehen verdammt gut aus. Jacken 1 und 3 erfüllen einen Zweck. Meine Frau mag Jacke 3, aber irgendwas finde ich daran langweilig. Ich kann es nicht an etwas bestimmtem festmachen.
Ich nehme Jacken 2,3 und 4 mit. Es ist eben eine schwierig zu packende Jahreszeit.

Urinboxen: check.
Ein Schwedenaufenthalt ohne Pipibox ist fatal. Wir haben dort keine Toilette im Haus, nur ein Plumsklo, etwa 20m die Wiese hinunter. Da will man nachts nicht hin.

Kabelkabelkabel: man muss an so viele Kabel denken.

Hund: packen für den Hund. Das ist ganz neu. Und entsprechend aufregend. Hundefutter packen. Sie bekommt 40g pro Mahlzeit. Drei Mal pro Tag. Also 40g mit den Mahlzeiten einer ganzen Woche mulitplizieren, in ein Gefässe geben. Aber wie misst man in Schweden 40g wenn man keine Waage mitnehmen will? Wir lösen es mit einem Maassbecher.

[Donnerstag, 28.4.2022 – Kadaverin]

Vor vielen Jahren waren meine Schwiegereltern mit ihrem damaligen Welpen bei uns zu Besuch. Meine Frau und ich servierten ein Mitbringsel aus Mallorca auf Brot. Das Mitbringsel war eine traditionelle Meeresspinnenpastete. Die Pastete roch sehr intensiv. Der Begriff intensiv ist dabei wohlwollend gemeint. Aber es war eine Spezialität, also verhält man sich weltgewandt und erschliesst sich dem Ungewohnten mit abenteuerlichen und positiven Gefühlen.

Während ich die Pastete auf das Brot schmierte fiel mir eines der Brötchen auf den Boden, natürlich mit der beschmierten Seite nach unten. Der Welpen stand neben meiner Frau und mir und beobachtete uns. Statt aufzuputzen nutzten wir die Gelegenheit, dass der Welpen unbeaufsichtigt neben uns stand und gaben den Pastetenflecken auf dem Boden zum Auflecken frei.

Der Hund war aufgeregt, er schnüffelte daran, wedelte mich dem Schwanz. Aber dann. Statt es aufzulecken, drehte er sich auf den Rücken und suhlte sich darin. Wir standen etwas verwundert um den Hund herum und ich fragte meine Frau, was der Hund da gerade macht. Meine Frau staunte auch und sagte: er tarnt sich. Damit er nach Kadaver riecht.

Heute lief ich über die Wiese am Potsdamer Platz, wo ich meine Hündin immer etwas frei laufen lasse. Ich filtme sie dabei, was verliebte Hundebesitzerinnen halt so machen. Dann hielt ich auf der Kamera fest, dass sie sich in etwas suhlte. Es war die gleiche Bewegung wie damals der Welpen meiner Schwiegereltern. Mir schwante böses. Als ich herbeieilte, suhlte sie sich auf dem Kadaver einer Ratte.

Den Rest des Nachmittages fasste ich sie nicht mehr an. Zuhause steckten wir sie sofort in die Badewanne. Der Hundeschaum riecht ein bisschen nach süsslicher, abgestandener Grossmutter. Aber das ist dann auch egal.

[Mittwoch, 27.4.2022 – Schweden, Drohne, Elfen am Wasser]

Wir fahren jetzt doch am Samstag nach Schweden. Eigentlich wollten wir schon Anfang April verreisen, aber das war aus beruflichen Gründen etwas schwierig. Jetzt fahren wir aber. Diesmal eine ungewöhnliche Route mit der Fähre von Sassnitz direkt nach Ystad. Am Anfang fuhr ich immer über Fehmarn, bis ich herausfand, dass man auch über Rostock/Gedser fahren kann, und da die Autofahrt eine Stunde kürzer ist, dafür die Fähre eine Stunde länger. Weil die Fahrt ohnehin so lang ist, gefällt mir jede einzelne eingesparte Autominute. Am liebsten führe ich ja direkt von Sassnitz nach Schweden, um mir diese langweiligen drei Stunden durch Dänemark zu ersparen, aber jene Fähre fährt 6 Stunden und sie zahlt sich eigentlich nur aus, wenn man über Nacht fährt. Deswegen fuhr ich immer über Rostock.

Bis mir vor einigen Tagen eine Freundin von der Schnellfähre zwischen Sassnitz und Ystad erzählte. Die dauere etwa so lange wie die Fähre über Rostock, aber man landet direkt in Schweden. Zwar ist die Fahrt nach Sassnitz eine Stunde länger und in Schweden fährt man auch eine zusätzliche Stunde, weil man ja vom Südzipfel kommt, aber insgesamt ist es eine Autostunde weniger.
Also dann.
Vermutlich wird sich auch das Tier freuen. Sie hasst Autofahrten nach wie vor. Seit wir sie mit einem Geschirr am Gurt befestigen kotzt sie zwar nicht mehr, aber sie schaut uns die ganze Zeit über vorwurfsvoll an.

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Gestern kam ich nicht dazu, einen Eintrag fertigzustellen. Am Dienstagabend traf ich mich mit einer Exkollegin im Park am Gleisdreieck und wir plauderten eine ganze Zeit lang. Als wir Durst bekamen, setzten wir uns in den Biergarten vom BRLO. Den mag ich eigentlich nicht, aber das habe ich schon ein andermal hier aufgeschrieben.

Ursprünglich wollte ich mit der Hündin kommen, da ich unweit vom Park arbeite und es mein Hundetag war, aber aufgrund von Meetings schaffte ich es nicht ins Büro und so blieb ich den ganzen Tag zuhause. Als ich mich am Abend dann zur Verabredung in den Park aufmachte, beschloss ich das Tier zuhause zu lassen. Es war mir zu stressig, mit ihr durch den Feierabendverkehr zu reisen. Sie kennt die u5 mittlerweile gut, wir hätten diesmal aber eine andere Bahn genommen und umsteigen müssen.
So stieg ich aufs Fahrrad und war unkomplizierter unterwegs.

Überhaupt: seit ich die Hündin habe, fahre ich weniger mit dem Rad. Das war nicht Teil meiner Lebensplanung. Ich muss gestehen, dass mich das stört. Durch das konsequente und viele Fahrradfahren bin ich trotz meines Gewichtes auch relativ fit. Ich weiss jetzt noch nicht genau, wie ich das auffangen werde. Möglicherweise werde ich künftig mehr laufen müssen, zB einen Teil der Arbeitsweges zu Fuss gehen und erst unterwegs irgendwann in die Ubahn steigen. Das kostet halt mehr Zeit, aber gut, Zeitmangel ist wirklich nicht mein größtes Problem.

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Ah und heute kam auch meine Drohne. Nach monatelanger Recherche habe ich mich für die DJI Mini 2 entschieden. Die Drohne wollte ich vor allem in Schweden durch die umliegenden Wälder und Seeen fliegen lassen. Zuerst einmal um zu üben, später werde ich sie auch mit nach Südtirol nehmen und in den Bergen damit filmen.

In Schweden will ich vor allem ein paar Gegenden erkunden, die ich auf Googlemaps gesehen habe. Unweit unseres Hauses liegt ein dunkler, kleiner See, mitten im Wald. Das Gelände ist undurchdringbar, aber mit der Drohne kann ich da drüberfliegen. Vielleicht finde ich damit einen Weg. Aber in Wirklichkeit will ich einfach sehen, wie es da aussieht. Vermutlich liegen da kleine Elfen am Wasser und erzählen sich Witze.

[Montag, 25.4.2022 – Markustag, neuer Tattootermin, Stubenreinheit]

Yay. Markustag. It’s really a thing.
Ich postete das überall auf Socialmedia. Dachte, es sei lustig. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Menschen das ironisch finden. Insbesondere auf Facebook bin ich mit vielen Menschen befreundet, die ich eher aus der Ferne kenne, bzw ehemalige Weggefährtinnen oder Schulfreundinnen, Menschen von vor sehr langer Zeit. Ironie wird oft ja nur in einer bestimmten Blase verstanden. Lustigerweise dennoch viele Glückwünsche bekommen. Ob ironisch oder nicht, weiss ich natürlich nicht.


Den Tattootermin am Mittwoch abgesagt. Der Termin war spontan geplant und sowohl die Tätowiererin wie auch ich, hatten Schwierigkeiten ein richtiges Slot zu finden. Es passt diese Woche nicht so gut, ausserdem fahren wir am Samstag wahrscheinlich nach Schweden, und falls sich die Wunde entzündet, sitze ich da mitten im Wald und es juckt mich an der Haut. Die Tätowiererin kommt auf Florenz und am Wochenende fährt sie wieder weg. Früher wohnte sie hier, aber seit Corona sass sie monatelang in Florenz fest und dann verlor sie ihr Studio in Berlin. Seitdem verbringt sie die meiste Zeit in Italien und kommt immer für längere Besuche nach Berlin. Wir verschoben den Termin auf Juli oder August.

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Die Hündin ist mit 4 Monaten bereits so gut wie stubenrein. Sie hat seit 12 Tagen nicht mehr im Haus gepinkelt. Nur letzte Woche Freitag, im Büro. Aber das zähle ich nicht mit. Das war mein Fehler.
Das war ausserdem eine etwas schräge Situation. Wir hatten einen Bewerber im Büro. Das Team hatte ihn nach den technischen Aufgaben zum persönlichen Kennenlernen eingeladen, dann sollte ich zusammen mit dem CEO das letzte Gespräch und die Gehaltsverhandlungen mit ihm führen. Ich kam mit der Hündin in den Meetingraum, da setzte sie sich hin und pinkelte auf den Teppichboden.
Es trug zur Belustigung bei. Aber ich war dann erstmal mit Putztüchern und -mitteln beschäftigt.