[So, 1.2.2026 – alleine sterben]

Diesmal probiere ich es wieder: früh ins Bett gehen und dann morgen um 5 Uhr losfahren.
Ich gehe gerne früh ins Bett. Insbesondere in Schweden, wenn der Himmel noch nicht ganz dunkel ist. Ich lese noch ein wenig und schlafe dann ein. Nur mache ich das nie, keine Ahnung, warum.

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Heute war es richtig kalt. Ich ging mit meinem Freund E. und unseren Hündinnen spazieren. Seine Hündin ist läufig, also mieden wir den Park, in den wir sonst immer gehen, und liefen zum Velodrom. Zwar weht auf dem Dach des Velodroms immer ein starker Wind, der den Windchill-Effekt von –15 Grad voll in unseren Knochen jagen würde, aber es ging einigermaßen. Die Hündinnen scheinen diese Temperaturen zu lieben und sind seit Wochen außergewöhnlich aktiv.

Wir kamen auf das Thema Freundschaft zu sprechen und ich sagte zu ihm, dass er mittlerweile ein Freund für mich sei. Auch fügte ich hinzu, dass ich aber nicht genau wisse, was Freundschaften genau bedeuten, also bis zu welchem Moment, jemand eine Bekanntschaft ist und was eine Freundschaft genau ausmacht, außer, dass man sich gerne und oft sieht und sich gut unterhält. Ich stelle mir das Sterbebett vor. Wer würde zu mir ans Sterbebett kommen? Ich sagte zu ihm: Von einem Freund würde ich mir schon wünschen, dass er ans Sterbebett kommt, es wäre aber nicht meine Erwartung, dass er jeden zweiten Tag vorbeikommt, einmal Abschied nehmen würde wahrscheinlich reichen, natürlich würde es mich freuen, wenn er öfter käme, aber er müsse nicht bei meinem letzten Atemzug dabei sein, dazu kennen wir uns wieder nicht gut genug, bzw dafür ist unsere Freundschaft nicht innig genug, und das meine ich gar nicht böse, das liegt ja eher daran, wie wir Männer oft Freundschaften schließen, Männer sind selten innig zueinander.

Ist es das Maß einer Freundschaft, dass man beim Sterben Händchen hält?
Es gibt Menschen, da weinen viele Leute, wenn sie sterben. Das sind liebenswürdige Wesen. Ich bin hingegen nicht richtig liebenswürdig. Also, ich werde schon von einigen Menschen gemocht, aber ich bin nicht wirklich liebenswürdig. Kann ich grad nicht besser erklären. Einige Sterbende werden beim Ableben von vielen Menschen begleitet, ich weiß aber genau, wie das bei mir sein wird. Meine Frau wird vermutlich alleine neben mir sitzen und bei meinen letzten Atemzügen meine Hand halten. Zumindest so lange sie noch da ist.

Nun glaube ich gar nicht, dass ich überhaupt von Publikum umgeben sein möchte, wenn ich zum letzten Mal atme. Aber ich möchte dennoch nicht ganz alleine sterben. Aber Sterbebett. Ist das der Ort, an dem man misst, wie innig man zu seinen Freunden war? Ich werde auf alle Fälle mein Blog mitnehmen. Vielleicht schreibe ich auch deswegen in dieses Blog, damit ich nicht alleine sterbe. Man weiß ja nie.