[Do, 8.1.2026 – Flixtrain, Postapokalypse]

Wegen des aufkommenden Wintersturms verzichtete ich schließlich auf die Autofahrt nach Berlin, dafür nahm ich heute den Zug. Zu dieser Uhrzeit fuhr ein Flixtrain. Bin ich noch nie mit gefahren. Da ein Ticket von Flixtrain weniger als die Hälfte des Preises bei der DB kostete und es ausgezeichnet in meine Lebensplanung passte, kaufte ich mir schließlich eine Karte bei dieser kleinen Bahnkonkurrentin.

Nun kenne ich mich bei der Budgetstruktur der Deutschen Bahn nicht aus und weiß auch nichts darüber, wie sich Flixtrain finanziert. Dennoch bin ich ziemlich erstaunt über den Preisunterschied.
Was mir gefällt, ist die pragmatische Einrichtung. Ohne den seltsam unluxuriösen Luxus der ICEs. Das mochte ich auch immer an den schnellen TGVs in Frankreich. Sie haben nichts Luxuriöses an sich. Sie waren einfach nur schnell und sexy. Von A nach B. Ein bisschen wie UNIQLO. Smarte Stangenware, unprätentiös und trotzdem supergut.

Der Flixtrain war von der Bauart her eine Art IC. Aber ohne die schlechte Laune. Das Personal wirkte fröhlich, das ging sofort in mir über. Die Wahrnehmung ist natürlich vollkommen subjektiv und sehr situativ. Neuerdings habe ich die Bahn auch nicht mehr so muffelig wahrgenommen und die TGVs sind heute auch schon wieder anders. Ich fuhr vor 25 Jahren regelmäßig mit dem TGV nach Paris und weiter nach Madrid.

Spannend fände ich es, wenn Flixtrain Hochgeschwindigkeitszüge anschafft. Wie sich das preislich auswirken würde. Der Tenor ist ja, dass Flixtrain so günstig ist, weil sie langsame Verbindungen anbieten, aber das lasse ich nicht gelten. Der Zug ist gleich schnell wie ein IC der DB. Und nein, Research und Entwicklung, sowie Infrastruktur kann man da nicht einrechnen, weil Flixtrain die ja dann über die Miete wieder ausrechnet. Es ist naheliegend, dass die hohen Kosten an den Konzernstrukturen der Bahn liegen. Aber das sagt sich halt so dahin.

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Der Sturm zieht irgendwie nicht richtig an. In Berlin fällt kein Schnee, es ist auch nicht besonders kalt. Auch die Wettersituation in Hamburg scheint den Umständen entsprechend entspannt. Nach der ganzen Aufregung, die ich in den letzten beiden Tagen verspürte, fühlt sich die ausgebliebene Apokalypse noch nicht einmal postapokalyptisch an.

[Sa, 10.1.2026 – Eis, Greenland]

Die Hündin ist bei diesem Wetter unglaublich gut gelaunt. Sie rennt aus dem Haus und macht kleine Luftsprünge, während sie sonst nur neben mir hertrappte. Ich lasse mich von der guten Laune mitreißen. Morgens hatte es sieben Minusgrade, aber die Wintersonne wärmte uns. Ich traf ein paar Freunde im Park. Wir standen aufgereiht und drehten den Rücken der Sonne entgegen. Das war schön.

Abends war ich auch auf der Weihnachtsfeier meines Fanclubs. Eines unserer Mitglieder ist Köchin im „The Grand“ in der Hirtenstraße. Dort durften wir den Speisesaal und die Bar benutzen. Die Heizung war offenbar nicht in der Lage, die großen Räume in dem alten Gemäuer rechtzeitig zu erwärmen. Draußen wehte der Wintersturm bei Minus irgendwas. Im Laufe des Abends sorgten wir Partymäuschens mit unserer Körperwärme immerhin für etwas Temperatur. Meine Hände wurden aber den ganzen Abend nicht richtig warm.

Ich habe nie kalte Hände. Und nie kalte Füße. Es ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Dabei kommt mir vor, dass ich diesen Satz in ähnlicher Form schon einmal geschrieben habe. Die Erfahrung fühlt sich aber immer wie neu an. Nach der Party stand ich am Alex im eisigen Wind und wartete auf das Taxi. Der kalte Wind wehte durch mich hindurch und ich war richtig ausgekühlt. Das Taxi auf der App näherte sich fünf Minuten lang nicht. Daher rief ich den Fahrer an. Er sagte mir, er würde jeden Moment starten, er müsse nur noch den Döner zu Ende essen. Er bekam dann kein Trinkgeld. Mein passiv-aggressiver Protest.

Heute Abend gingen wir zu den Nachbarn Pizza essen. Ich kaufte noch schnell ein paar Biere, dabei fiel mir der Beutel entgegen, den wir im Oktober in Grönland kauften.
Zeitgemäß stand I now with Greenland. Aber bei Edeka wusste natürlich niemand, was das für eine Flagge ist:

[So, 11.1.2026 – Home improvement, Wolf Haas, Schlechte Userexperience auf Zugfahrten]

Meine Frau hat große Pläne für die Verschönerung unserer Wohnung. Ihre Pläne erfordern jedoch immer meine tatkräftige Unterstützung. Alles, was Kraft und Maschinen verlangt, wird direkt in meine Aufgabenliste geschrieben. Ich fühle mich sehr geehrt davon, wenn ich sehe, was sie mir alles zutraut. Ich strenge mich natürlich an, die handwerkliche Erwartung an mich zu erfüllen. Vielleicht macht sie das aber auch mit Absicht. Ich habe sie nach 17 Jahren noch nicht ganz durchschaut.

Aber ihre Ideen sind gut. Ich werde jetzt eine Schiebetür in der Küche bauen, damit wir diesen seltsam ungenutzten Raum dahinter besser nutzen, bzw. ein Aufbewahrungssystem hinstellen können, wodurch das sogenannte Kühlklo leerer wird, das jetzt mit sehr vielen Küchenutensilien, Werkzeug und Bettwäsche vollgestellt ist. Das Kühlklo ist ein völlig überflüssiger Raum, es ist eher eine Art Waschküche, aber ohne Waschmaschine. Es ist ein eigener WC-Raum mit Waschbecken. Der Raum hat ein Fenster und ich finde ein Klo mit Fenster totale Raumverschwendung. Ich möchte das Waschbecken entfernen und die Toilettenschüssel ins Badezimmer umziehen, denn dieser Raum eignet sich perfekt als kleines Gäste- bzw. Penséezimmer.

Auf dem Rückweg nach Hamburg nahm ich wieder den Flixtrain. Die Fahrt sollte um 18Uhr beginnen. Zuerst war der Zug nur 45 Minuten verspätet, dann 60, dann 75, dann 139 Minuten. Ich kenne jetzt das gesamte Sortiment von Relay auswendig. Wolf Haas hat ein neues Buch geschrieben. Das scheint mir irgendwie entgangen zu sein. Ich finde es ja gut, dass er sich jenseits der Brenner-Romane ein Renommee aufgebaut hat und als ernsthafter Autor gilt, dessen Bücher sogar bei Relay am Hauptbahnhof verkauft werden. Ich fand die Brenner-Romane ausgesprochen gut, das war wirklich eine neue Erzählstimme da draußen, nach dem vierten Teil, fand ich es aber auch langsam auserzählt. Seine anderen Bücher habe ich hingegen nie gelesen. Ich fand bereits die Titel ein wenig prätentiös, und was ich aus den Inhaltsangaben und den späteren Buchbesprechungen entnahm, interessierte mich zu wenig. Allerdings freut es mich, dass komplexere Schriften auf Bahnhöfen ausliegen.

Nach 139 Minuten fuhr der Zug jedenfalls im Berliner Hauptbahnhof ein, und wir konnten endlich losfahren. Irgendwann, irgendwo in einer finsteren Gegend zwischen Berlin und Hamburg, blieben wir allerdings wieder stehen und es kam die Ansage durch, dass eine Weiche gefroren sei und sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde. Unbestimmte Zeit ist nie ein gutes Zeichen. Ich hatte mir die Serie Pluribus auf das Telefon heruntergeladen. Weil mein Buch – ein isländischer Thriller – mich überhaupt nicht thrillt, hatte ich immerhin eine hervorragend besprochene Serie zu schauen. Ich finde sie bisher mittelmäßig. Mich nervt vor allem die schlechte Laune der Hauptdarstellerin. Aber diese globale Persönlichkeit finde ich als Denkansatz interessant. Bisher komme ich nicht darumhin, sie als Metapher zu LLMs bei Künstlicher Intelligenz zu sehen. Ich hoffe, es steckt jedoch mehr dahinter.

Wegen der Weiche hingen wir kurz vor Salzwedel fest. Nach 45 Minuten konnten wir weiterfahren. In Uelzen standen wir aber wieder außerplanmäßig. Fast eine ganze Stunde lang. Wegen eines Polizeieinsatzes, bei dem der Zug überprüft werden musste, aufgrund eines Unfalls, der auf der Strecke offenbar geschehen war. Die ganze Zeit war ich positiv überrascht davon, wie gechillt die Leute die ganze Zeit geblieben waren. Wir näherten uns aber Mitternacht und Hamburg war immer noch weit entfernt. Die Bahnen würden dann nicht mehr fahren. Die Passagiere waren hauptsächlich junge Leute, viele im Schüleralter. Es begann eine Unruhe.

Um 00:45 Uhr kamen wir schließlich in Hamburg Hbf an. Ich hatte schon im Oktober eine schlechte User Experience mit dem Zug. Es wäre cool, wenn mein Glückskonto jetzt voll gefüllt ist.

[Down Theme-lane]

Das WordPress-Theme dieses Blogs scheint veraltet, es gab seit 8 Jahren kein Update mehr. Das habe ich herausgefunden, weil ich etwa alle 8 Jahre checke, ob es für mein Theme noch Updates gibt. Weil veraltete Themes eine Website hackbar machen, musste ich jetzt also ran. Daher verändert sich die Optik dieses Blogs gerade alle paar Stunden oder Minuten. Ich bin noch etwas unschlüssig. Viele Themes sind in die engere Auswahl gekommen, aber keines gefällt mir so richtig.

Vor ein paar Jahren nahm ich via archive.org Screenshots aus den verschiedenen Design-Epochen dieses Blogs. Das Design ist über die 23 Jahre hinweg ziemlich konstant geblieben. Hauptsächlich schwarz/weiß, kaum Farbe und immer eine Sidebar. Fast immer rechts. Ich bin kein Webdesigner, ich kann das nicht gut, ich nahm immer schöne Themes, machte dann aber alles Schöne und Bunte darin kaputt, damit es mehr oder weniger zu dem wurde, was ich wollte.

2004:

Ganz am Anfang hatte ich sogar noch ein Foto als Banner. Das stellt Plastikfernseher dar, die ich in Madrid fotografiert hatte. Die standen dort als Hintergrund der Bar im Tupperware Club, nahe der Metro Tribunal.

Damals schrieb ich auch noch zweisprachig, weil hier noch Freunde aus den Niederlanden und Spanien mitlasen. Das funktionierte aber schnell nicht mehr.

2005:

In 2005 hatte ich das Logo entfernt und behielt nur noch die Sidebar. Das Blog lief damals auf Greymatter. Ein statisches Blogtool, das in jenen Tagen bereits veraltet und nicht mehr gut gepflegt war. Das Blog lief aber auf einem kleinen Server in einem Wiener Büro bei Freunden, der konnte mit dem wesentlich ressourcenintensiveren WordPress nicht umgehen.

Ganz besonders süß finde ich im Screenshot aus 2005 meine ICQ Nummer. Als ich das sah, war ich versucht, mir einen ICQ Client zu installieren und mich einzuloggen, aber dann ergoogelte ich, dass der Dienst im Sommer 2024 endgültig eingestampft wurde. Es wunderte mich ehrlicherweise, dass es noch so lange überlebt hat, andererseits hätte es mich auch nicht gewundert, wenn ICQ noch eine dunkle Ecke des Internets bewohnt hätte. Eine Art Limbo, in der sich Compuserve- und AOL-Nostalgiker zurückziehen und mit Altavista googeln.

2007:

Da hatte ich schon keine ICQ Nummer mehr. Das Menü ist aber auf der rechten Seite geblieben, wo es dann auch die nächsten beiden Jahrzehnte blieb. Seitdem kann ich mich mit einer Sidebar auf der linken Seite nicht mehr anfreunden. In 2007 lief das Blog offensichtlich auch auf WordPress. Dafür ging ich vom Server meiner Freunde runter und mietete mir einen eigenen Server bei Hetzner oder Strato, ich weiß es nicht mehr genau. Das war noch alles Handarbeit, da es keine Anbieter gab, die reine WordPress-Installationen zur Verfügung stellten.

Das 2007er Design verwendete ich offenbar eine ziemlich lange Zeit. Acht Jahre, um genau zu sein. Obwohl es mir eigentlich nicht so gut gefiel. Der schwarze Balken wuchs mir aber ans Herz.

2015:

Das war eines meiner Lieblingsdesigns. Damals hieß das Blog noch „Spaeter. Truebe.“ Ich mochte Wetter offensichtlich immer schon.

2017:

Ich wollte allerdings immer einen dickeren schwarzen Block oben im Header. Was ich mir bei den blauen Links gedacht habe, weiß ich allerdings nicht.

2021:

Vier Jahre später hatte ich eine kurze Phase, mit einem Theme, das ich etwas uninspiriert fand, aber ich musste das alte Lieblingstheme ersetzen, weil es veraltet war und nicht mehr mit neueren WordPress Versionen funktionierte.

2022:

Und dann das Theme, das ich eigentlich das schönste von allen bisherigen fand. Zwar schaffte ich es nicht mehr, den schwarzen Block darzustellen, aber es passte auch so relativ gut. Offenbar hatte ich aber nicht auf das Alter dieses Themes geachtet, weil es zu jenem Zeitpunkt bereits seit 5 Jahren nicht mehr aktualisiert worden war. Aber jetzt, drei Jahre später, wird es wirklich Zeit, mich davon zu trennen.

[Di, 13.1.2026 – Moin, Aliens, das große Bäm]

In Hamburg war früher weniger Moin. Man wird hier ständig angemoint. Ich bilde mir ein, dass das vor zwanzig Jahren noch nicht der Fall war. Überhaupt scheint mir die ganze Stadt norddeutscher geworden zu sein. Früher empfand ich die Stadt als sehr deutsch, also normaldeutsch, im Vergleich zu München zumbeispiel, aber das kann auch damit zusammenhängen, dass ich gerade aus Madrid zum ersten Mal nach Deutschland zog und alles deutsch für mich war, sodass ich die Nuancen noch nicht gut kannte. Dennoch wurde nicht so viel gemoint, das bin ich mir sicher. Für mich fühlt sich die Stadt auch allgemein wesentlich norddeutscher an, anders als Berlin, das spanischer und britischer geworden ist, polnischer auch, Hamburg wurde hingegen norddeutscher. Das ist nicht schlecht, im Gegenteil, Norddeutschland war schon immer mein favorisierter, germanophoner Landstrich.

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Vorgestern am Berliner Hauptbahnhof war etwas passiert. Der ganze westliche Bereich des Untergeschosses wurde gesperrt. Zwei oder drei Dutzend Polizisten waren aufgetaucht, sie sperrten dann auch die oberen Etagen des westlichen Bereiches ab. Es sollte verhindert werden, dass man hinunterschauen konnte. Unten neben dem haltenden ICE war ein Zelt aufgebaut. Es waren aber keine Sanitäter da, auch keine Feuerwehrleute. Nur massenweise Polizisten. Meine Frau schrieb, dass Zelte immer Spurensicherung bedeuten. Die Polizisten gaben natürlich keine Auskunft, auch die Polizeiticker berichteten nicht davon. Wir wurden alle etwas unsanft weggejagt, sie waren richtig unentspannt. Ich hatte den Tagesspiegel auf Refresh, auch RBB24, aber niemand berichtete davon. Auch später am Abend nicht, auch Montag nicht und auch heute nicht. Vielleicht sind Aliens gelandet.

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Gestern lag ich auf dem Bett und schaute Pluribus auf dem Telefon. Es wundert mich, dass ich keine Nackenschmerzen davon bekommen habe. Ich bin mir noch nicht sicher, wie mir die Serie gefällt. Das langsame Erzählen funktioniert für mich durchaus, sogar das Repetitive und die konsequent niemals gekürzte Bandansage „we need a little space“ fügen sich in diesen langsamen, optischen Lo-Fi-Beat ein. Ich frage mich, wie das Drehbuch für die Serie geschrieben ist. Ich lernte, dass man grob pro Filmminute eine Drehbuchseite rechnet. Die Drehbuchseiten von Pluribus dürften ziemlich leer aussehen.

Es gab auch ein paar wirklich gute Momente. Aber dennoch warte ich noch auf ein großes Bäm. Die ganze Serie scheint mir auf einen großen Knall hin zu traben. Die ganze Unruhe, die ganze Vorahnung. Gleich lege ich mich ins Bett und schaue die letzten beiden Folgen. Bis Mitternacht bin ich damit durch. Falls das große Bäm noch kommen sollte, kann ich vielleicht nicht mehr einschlafen.

Nun.

[Mi, 14.1.2026 – Pluri, Teheran, Typo]

Es waren noch drei Folgen Pluribus übrig anstatt zwei, deswegen war ich gestern nach der vorletzten Folge so müde, dass ich die Staffel nicht zu Ende schauen konnte. Die Geschichte trabt immer noch in einem Lo-Fi-Beat vor sich hin und hat einzelne, sehr starke Momente. Von der letzten Folge wurde aber dermaßen viel geschwärmt, dass meine Erwartung jetzt ungemein hoch ist. Jedoch ahne ich bereits, dass mich das Ende nicht so mitnehmen wird, wie den Rest der Welt. Dafür fand ich die bisherigen acht Folgen schlichtweg zu – wie soll ich sagen, ohne ein zu pejoratives Adjektiv zu verwenden, das aber trotzdem meine Begeisterungslosigkeit ausdrückt? Begeisterungslos! Die bisherigen Folgen haben mich zu wenig begeistert, und das war es, was bei den anderen Mitmenschen der Fall war: Sie waren von der ganzen Serie begeistert. Ich hingegen finde: Ja, sie hat was. Das Ende wird vermutlich auch einfach nur etwas haben.

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Offenbar habe ich viele iranische Bekannte, denn in meinen Timelines erscheinen viele Videos der Unruhen in Teheran. Alle Iranerinnen, die ich kenne, sind ehemalige Mitarbeiterinnen, mit denen ich erstaunlicherweise ein gutes Band übrigbehalten habe. Einmal ist mir aufgefallen, dass Exiliranerinnen fast ausnahmslos Alkohol trinken, und das sagt vielleicht nichts Gutes über europäische Arbeitskultur aus, aber Iranerinnen gingen eben immer mit auf einen Feierabenddrink, während andere Muslime, wie z. B. Ägypterinnen, da nie mitmachten und daher immer etwas außen vor blieben. Aus diesem Grund fand ich mit Menschen aus dem Iran immer eine persönliche Ebene, die auch Firmenauslösungen oder einen Jobwechsel überwand.

Ich wünschte, die Mullahs gehen bald in die Knie. Aber gut, diesen letzten Satz könnte ich mir auch sparen. Jedenfalls verteile ich gerade viele Herzchens.

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Ich glaube, ich habe jetzt das neue Theme so ausgenommen, dass es mir gefällt. Es unterscheidet sich wenig vom vorigen Theme, aber dieses ist jetzt erst einmal zukunftssicher und ich habe nach vielen Jahren meinen schwarzen Balken wieder zurück. Über die Typo bin ich mir noch etwas unsicher, aber das bin ich mir bei Typo ja immer.

(Bin ein Typo Negative. Hrhr.)

[Do, 15.1.2026 – Inuit, Edeka, cruisen]

Bei der Diskussion um Grönland wird kaum über die Grönländerinnen geredet, sondern immer nur über Dänemark oder die USA. Dass Trump es von den Dänen will. Es scheint wenig darum zu gehen, was die Leute in Grönland, genauer gesagt, die Inuit, eigentlich wollen. Und die Umfragen zeigen ja, dass die übergroße Mehrheit dagegen ist, von den USA übernommen zu werden. Was man aufgrund der grönländischen Bestrebungen nach Unabhängigkeit auch gut nachvollziehen kann. Damit sollte die Diskussion eigentlich beendet sein.

Trump redet aber nur von Dänemark. Auch die Medien geben das so wieder. Es geht inhaltlich nur um den dänisch-amerikanischen Zwist. Nicht um die Inuit. Trump redet davon, dass Dänemark nicht unbedingt Recht auf die Insel hat, weil da mal vor 400 Jahren ein dänisches Schiff angelegt hat. Dass da aber seit ein paar Tausend Jahren Menschen leben, spielt für ihn offensichtlich keine Rolle.

Aber ich ahne, wie das weitergeht. Die werden die 50.000 Inuit derart mit Geld zuscheißen, dass sie freiwillig zu den USA kommen. Die Rechnung ist simpel. Es sind 50.000 Menschen. Gib jedem hunderttausend Euro, das kostet die USA etwa 5 Milliarden. Das ist für Leute wie Musk Taschengeld. Oder um sie richtig mürbe zu machen: Gib jedem Grönländer eine Million. Das sind dann 50 Milliarden. Dafür legen die paar Big-Tech-Boys ihr Taschengeld zusammen und schon ist das Thema erledigt. Ansonsten lässt sich das auch beim amerikanischen Militärbudget als kleinere Nebenkosten abrechnen.

Das wird so kommen. Sie werden die Bewohner mit Geld zuscheißen. Sie werden Entscheider und Wirtschaftsleute mit lukrativen Deals zumüllen.

Menschen sind immer käuflich. Das meine ich gar nicht despektierlich.

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Weil ich es am Freitag zu Feierabend immer eilig habe, weil ich mich zurück nach Berlin sehne, wo meine Hündin und meine Frau auf mich warten, will ich keine Zeit verlieren, ich will nur ins Auto steigen, auf das Gaspedal drücken und ohne Pause über die A24 nach Hause düsen. Deswegen tanke ich immer am Donnerstag. Ich will auf dem Rückweg keine wertvollen Minuten auf Tankstellen verlieren. Oft kombiniere ich den Tankvorgang am Donnerstag mit einem Gang zu Fittix. Heute fuhr ich aber zu einem großen Rewe in Eimsbüttel. Ich wollte mich mit zuckerfreien Sahnebonbons von Vivil eindecken. Seltsamerweise gibt es die bei Rewe aber nicht. Auch nicht in dem Großen. Die gibt es anscheinend nur bei Edeka, aber Edeka habe ich in Hamburg in freier Wildbahn noch nie gesehen. Viele Rewes, Kauflands, Lidls, Pennys, aber kein Edeka. Ein kurzer Blick in Gmaps verrät mir, dass ich mit meiner Annahme natürlich falsch liege.

Aber jetzt ist es auch egal.

Dafür cruiste ich durch die Stadt. Ich bin mittlerweile ein richtig guter Autofahrer geworden. Das hätte ich mir vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen können. Wie ich da so mit lauter Musik durch Hamburg cruise. Fast möchte ich wieder anfangen zu rauchen.

[Fr, 16.1.2026 – wieder Orion, wieder Pluri, Pakistan]

Den ganzen Weg von Hamburg nach Berlin prangte Orion vor mir am Himmel. Am frühen Abend hängt er noch tief am östlichen Horizont. In seinem linken Eck Beteigeuze. Durch die Windschutzscheibe kann ich ihn nicht an seiner Rötung erkennen, aber ich weiß, an welcher Ecke er leuchtet. Ich kann verstehen, warum Menschen diesen Stern vergötterten.

Vielleicht existiert Beteigeuze in Wirklichkeit gar nicht mehr. Wir sehen nur sein 600 Jahre altes Licht. Er ist ein roter Überriese und wir wissen, dass er bald explodieren wird. Wenn er explodiert, wird er für mehrere Monate am Himmel leuchten. Heller als der Vollmond. Er wird nachts Schatten werfen und wir werden ihn tagsüber sehen. Danach wird er über einige Jahre hinweg langsam verblassen. Am Ende bleibt wahrscheinlich ein kleiner, brauner Klumpen übrig.

Ich fände es richtig gut, das noch mitzuerleben. Aber bitte nicht, während ich gerade auf der Autobahn fahre. Andererseits kann es auch noch 100.000 Jahre dauern.

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Ah, letzte Folge Pluribus. Weil ich gefragt wurde: Ja, habe ich zu Ende geschaut. Der erwartete Showdown fand jedoch nicht statt. Zwei Handlungsstränge wurden gut zusammengeführt, wobei – es wurden eher zwei Figuren zusammengebracht, von denen man die ganze Zeit hoffte, dass sie sich finden, allerdings hoffte man das in der letzten Folge gar nicht mehr so wirklich. Und dann – dann endet die Geschichte, ohne etwas auserzählt zu haben, sie endet mit einem mittelmäßigen Cliffhänger. Meine Erwartung war vielleicht zu hoch. Mir kommt vor, als hätte die Geschichte etwas versprochen, was sie nicht halten kann. Während es mir gefiel, wie sich die Gefühle gegenüber diesem „Wir“ im Laufe der Folgen immer wieder verändern und wie sie ein paar Fragen aufwirft, so fand ich es zusammengefasst doch etwas unterkomplex.

Filmisch empfand ich sie hingegen als toll. Der langsame Beat. Und die beiden Frauen sowieso. Natürlich werde ich die zweite Staffel schauen, aber sie gehörte für mich nicht zu den ganz großen Erzählungen. Wahrscheinlich möchte ich einfach noch einmal so etwas wie „The Leftovers“ erleben.

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Ich stelle gerade wieder Mitarbeiterinnen ein. Product Manager, Entwickler und Softwarearchitekten. Interessanterweise kommen momentan grob 95% der Bewerbungen von Menschen aus Pakistan. Viele davon leben bereits in Deutschland. Die Gespräche waren größtenteils gut. Ich habe 5 Stellen zu vergeben, nur die Pakistaner qualifizieren sich dafür, niemand aus Russland, Frankreich oder der Ukraine. Aus Deutschland gab es nur einen einzigen Bewerber, der einerseits wenig Erfahrung hatte, aber von astronomischen Gehaltsvorstellungen träumte. Ich könnte die besten fünf Pakistaner einstellen, aber jetzt mache ich mir ernsthaft Gedanken über eine seltsame Form von fehlender Diversität.